ein bild

mitten des lebens


feuchte zungenspitzen offne münder
gerichtet dem elend verwehend
im himmel gründelnde schlünder
in die sich wirft was welt sich nennt

ein rauschen von den straßen schwillt
ein rauchen von den schloten quillt
ein rachen dens zu putzen gilt
ein suchen ohne spiegelbild

25.12.2004 21:53:56 

ziel


das ziel ist das
wohin es sich entwickelt
ob gut ob bös allein
zu zwein das ziel
ist das wovon
so viel die red ist
von wein und schein von
geld und gold von
zoll und welt
das ziel ist das wodurch
man sich verheddert
vernarbt vernarrt
im kreise läuft die
siebensachen sucht
die manche noch vom
leben trennen schelme
deppen und konkurs
verwalter horchen
in der ferne brüllen
strampelmenschen ziel
ziel zitzen ziel
das ziel ist das
was an gewicht zu
viel ist

07.02.2005 12:42:12 

welt


das drehende
versehentlich
am drehen sehen
da gehen
blicke durch
den himmel
blauen wind vom
trudelnden strudelnden
drehzahlmesser ab
geköpft vom selbst
gefügten gegenwind
gepeitscht auf stein auf
eisen schreie
des umkreisens
schweigen
letztendlich
versehentlich
drehender
regen

20.02.2005 21:55:50 

raum


dort wo
fürs fort
kommen
die brücke
fehlt (weil
niemand
an ihr baut)
anlegestelle aus
gekühlter haut
ein summen
ums um
ein tummeln
ums in
verstummen am
am ein auf
geschrecktes ach
was macht
das schon
weit fort
geschrittne
dort

22.02.2005 22:12:39 

Alsterdorf


Wie Tanzmaus. Führe infolge krankhafter Veränderungen im Labyrinth Stadt Augenzwangsbewegungen aus. Und drehe sie im Kreise. Wie tauglich ist eine Nachtfahrt mit der S-Bahn. Im Fahrgastraum spiegelt sich beim Ausblick: Ein Mann mit zwei Hunden. Mit feinem Gefühl kommandiert er die Tiere zwischen den Beinen anderer Fahrgäste. Einen Schäferhund und einen mittelgroßen, schwarzen Spitzmischling mit hinreißendem Weiß im Augapfel. Der Mann ist im Gesicht tätowiert. Ein möwenartiges Ornament zwischen den Augenbrauen. Seine Hände sind übersät: Yin und Yang, Buchstaben, Punkte, Herz, Schwert und Kreuz. Über die Mittelhandknochen beider Hände steht H A S S. Outlaw. Von den 70ern bis heute. Alles selbstgestochen; vergrünt und feinadrig verteigt unter der Haut. Er oder seine Hunde. Ich überlege, wer hier wohl so stinkt. Woher nimmt er den Charme, die Animalischen so liebevoll zu streicheln? Sie werden einander alles sein. Der Schäferhund richtet derweil sich von Platz! in Sitz! und fährt einen in seiner pinkigen Farbigkeit denkwürdig die Szenerie dominierenden Steifen aus. Ich blicke vom Spiegel des Ausblicks direkt darauf steige ich aus. Alsterdorf.
Mein Freund hat uns eine Wintergemüsesuppe gekocht. Und das mir; lauter Zutaten, die ich verachte: Weißkohl, Wirsing, Sellerie und eingelegte ganze Knoblauchzehen in einem Sud aus Brühe. Alle Ingredienzien weiß. Wo es doch heute das erste Mal schneit. Und als er sagt, er mag am Gemüse den Geschmack des Grünen nicht, sind wir einig. Die Suppe schmeckt gut, und ich hole mir nach.
Drei Stunden später, die letze S-Bahn schient ins still verschneiende Stadtherz, sehe ich wieder aus diesem Fenster. Eine alte Dame steigt mit deutschen Vorstehhund zu. Der setzt sich vor sie Sitzende, blickt ins Leere und sie Vornüberbeugende: küßt ihm immer wieder unter freundlichstem Murmeln die weichstgestreichelten Haare der Stirnpartie. Das Tier blickt der Dame mit seiner angeweißten Schnauze in den Schoß. Sie holt aus der Manteltasche ein Stück Hartfutter vor die Lefzen, das Tier wendet seinen Kopf und blickt zurück: Trübe und müde: Die Leere. "Sind wir denn satt?" fragt die Dame. Mit jeder Schneeflocke fällt ein Jawoll.

25.02.2005 10:46:50 

haus


kurzer
schluss von
zimmertür zu zimmer
tür ein kessel aus
trockenen
wänden boden decke ab
geloschnes
lampenlicht
verbolzt verholzt
im nahen
mauerwerk der atem
kühlt mit jedem herz
schlag aus
der ferne dröhnen
abgüsse verlebter
ebensos vom
fortgeschirmten
sternenmeer
entfernt der sessel im
geschlossenen
geputzten rachen
ruht ne
zunge die
nie friert

14.03.2005 22:21:14 

schlaf


wundgeatmet
weggewesen
anderswo am wundern
unter wundern
begraben und nicht
aufgewacht
gelacht gezuckt
durchruckt vom dem
das ich nicht war
das mir das fell
umhing die cyberhaut
verperlte gelenke
abgerissen kurs
los fortgerollt
ein tausenfach
vermessen
vergessen der
gähnende mund
vom offen unverdauten
selbst

15.03.2005 21:58:13 

fleisch


blass belecktes
zwischenstück du
blau geflecktes
kreuzt den weg
der warmen
hände ferner
kachelwände die
gebeine
haut und heute über
spannt heb noch
nen stein vom
gras dreh
seine feuchte seite
vors gesicht ins
erdloch blick
gewürm wies
kitzelt im licht
im licht

19.03.2005 23:41:53 

licht


von dieser
welt geschliffen
schmutzig lied gepfiffen
selbst rein
ein stein mit
voller härte
zwischen schläfenlocken
bärten lampen lupen
eingesunken bis
zum kinn im
schwarzen kurz
geschornen
florgewebe
schärfen schüren
schwülen spüren
strahlen sammeln
alles
in allem ein
offensein über
diffuser wärme zu
blitzen gedreht im
sonnenschein

23.03.2005 14:14:10 

saat


dunkles um
und auf
dem dunklen
fest getretner
bodensatz ver
sunken im tresor
mit eingeschriebner
eigensprengung
code und fluch von
außen verlangend die
letzte lockung dem
raffer kommts
geschossen dem schaffer
unter zeit
lupe als fest
umschlossne faust ihr
öffnen im dreck
wartet wer
auf einen sich ver
zehrenden halm
langen arm?
auf eine linie senk
recht in
den horizont
strebend (die
sieht wer kniet)?
wehend im
wind?

29.03.2005 23:09:29 

blut


füllen die
schläuche voll wein
nehmen von
den trauben den
dunklen
immer rein in
die bäuche die
vollen die wollen
mehr vom quellen
saft saufen bis
zum um
falln über beide
ohren aus dem leben
scheiden irgendwann
dann schneiden sie
sie auf und siehe
da der frei
gelegte herz
schlag drei
zwei eines
vögeleins

05.04.2005 19:31:12 

gold


mehr viel
mehr als
geld weil
welt dran
kleben bleibt erst
schmelzen ganze
gipfel schließ
lich werden
zähne aus
gebrochen lachen
gingen lachen
kamen im glitzernden
bächlein schürfen
welche abgrund
nah im
schlamm stehn
welche für ein echo
eines ach (ach
ach) glanz
los im
safe

07.04.2005 08:54:00 

stern


längste längen
sicht und spür
bar über
brückend
spuckt der kalte
stern sein ende
aus strahlt bündel
weise rest
licht hängt im
raum ein fest
gefrorner schein
den hund ich nenn
den einen stern
da längst
kürzt sich sein
feuerschweif
rast ein
schlägt durch
pupillenschwarz als
abgebrannter
schluss
mir zu

08.04.2005 23:41:15 

moor


die böden über
säuert ein see
pechkohl
rabenschwarz
spiegelt den
himmel aus
dem der wasser
läufer seine
kreise stiehlt wer
nebenan auf
festem grund zu
gehen hofft der sei
ans moos ver
wiesen das kühle
grüne fell der
schweigsamen
flechte zu weit
gegangner schritte
dämmwerk einer
in den tag
geholten
naht

14.04.2005 20:19:52 

glut


wenn harze durch
die ascheadern
rolln kohle
stückweis an
gespült und bern
stein in der jacken
tasche klimpert
altes treib
gut glimm
bar bleibt wenn
die erinnerung
ein taschenofen
ist der ein
verleibt nach feuer
schreit wenn du
den letzten
scheit noch
einmal auf
gelegt sehn
willst



21.04.2005 18:09:58 


Nachts vor der Skulptur
An den Bodenscheinwerfern
Lungern die Frösche.

13.07.2005 00:12:11 

das lalaunser


lala lala
la la la la lala
lalala lala la lala
la la lala
la lala lalala
lala lala la la lala
lala lalala la la la lala
la lala la lalala la
la la la lalala lalala lalala
la lala la la la lalala
lala lalala la la la lala
la la la la la la la la la la lalala la lalala
lala

16.08.2005 23:31:39 

-


collage

12.09.2005 08:24:04 

-


coll 9

21.09.2005 23:42:39 

-


collage

26.09.2005 11:11:50 

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