ein bild

Meinekestraße


Jepsen wollte immer so sterben, und gestern ist es einer noch unbekannten Frau tatsächlich passiert. Oder vorgestern. Stehst auf der Straße und wirst erschossen, aus einem um die Ecke biegenden Wagen heraus. Täter unbekannt, Zeugen haben nichts gesehen, ging so schnell. Jepsen hatte sich eine Maschinengewehrsalve gewünscht, doch wer weiß, ob es die überhaupt noch gibt oder sind das jetzt automatische Handfeuerwaffen?

Auf der Straße ist Opa Scheel havariert, mitten im Berufsverkehr, Joachimsthaler Ecke Kant. Handkrampf im Rollstuhl mit neunzig, aber er dachte ganz bestimmt nicht an Autos, nur an die Meinekestraße. Stand eine Weile auf dem Asphalt und quakte mit Spasmen, Leute zückten Telefone, und bevor jemand kam, waren wir schon unterwegs zur Pension Lutz. Opa Scheel erzählt von der Schwester, bei der wir klingeln müssen, sie rasiere ihn sogar, und zwischendurch heult er frohblöd auf, wenn wir mit dem Rollstuhl auf dem Kudamm die Passanten abdrängeln und sie zur Achtsamkeit nötigen, wie auf der Autobahn mit Dauerlinksblinker. Jepsen hätte es geliebt. Opa Scheel quiekt auf, die Passanten misstrauisch, doch dann sehen sie uns, und er beschimpft die träge Masse, die umhertreibt und keinen Platz macht, endlich Platz macht, weil wir doch durch wollen, durch zur Pension.

Auf offener Straße erschossen, mit 23 Jahren. Tags drauf rammt einer dem Türsteher ein Messer in die Leber und rennt in den Tiergarten, andere hinterher, sticht der Kerl die anderen im Park auch noch ab. Dann wird er geschnappt. Aus Spandau. Pension Lutz sagt danke, bei Opa Scheel vertschüßen, zurück in den Verkehr.

    *    *    *    

07mai01

28.08.2007 17:59:12 

Foyer


Doña Inés ist verstorben. Ganz plötzlich, in den Masuren. Auf der Yacht hatte sie sich übergeben, am nächsten Tag Krankenhaus, tags drauf Blutwäsche, dann plötzlich tot, ihre Kleine ist erst neun. Drei Tage später: nachts um fünf in Berlin zweivier Promille, daraufhin dann zwei Stunden später mit einssieben zur Arbeit, danach Akademie, dann das Konzert. Deinetwegen. Zuvor neurasthenisch die Wahrheit verraten, und wir reden über die Angst nach Jahren und mit Vorsicht auch übers Zusammensein. Schließlich auf Autopilot Kneipe bis halb zwei, Bewusstlosigkeit bis sechs. Arbeiten.

"Wenn du jemanden liebst, musst du ihm vertrauen. Anders geht's nicht. Du musst ihm den Schlüssel geben zu allem, was dir gehört und dich betrifft. Alles andere ist sinnlos", heißt es in "Casino". Bevor du eine Frau heiratest, schau sie dir an, wie sie trinkt. Inés wusste noch: solltest du vorher mit ihm tanzen.

Alles sinnlos, mein Gerede von getrennten Zimmern, von vorher ins Möbelhaus und der Panik. Es gibt sie nicht einmal, ist nur ausgedacht, und du sagst, ich kenne so eine, die – Punkt. Wir gehen weiter, optimistisch: Kneipe, kennen wir, machen wir gerne, und es wird halb zwei und mir fällt auf, es bedeutet dir nichts.

02.07.2007 22:55:47 

Panoramafenster 1


Endlich dabei. Mit den richtigen Leuten, dem richtigen Essen, den richtigen Tischen.
Robert beugt sich rüber und meint vor dem Panoramafenster, jetzt könnte ich loslegen.
Ich wüsste ja, alles wie im zweiten Buch. Zweites Buch? Robert bringt Stichworte, sie sagen mir nichts. Befremden. "Kann ich mehr haben? Ich bin mir sicher, mir fällt es ein." Aber jetzt weiß ich, dass es wahr ist mit den zwei Büchern.
"Welches kann ich noch lesen?", rufe ich hinterher, schon verzweifelt. Robert, schon am Ausgang, dreht sich kurz um, und schließlich: "Es sind nur diese zwei. Mehr nicht."

20.05.2007 20:37:12 

Aerobicraum 1


Hinter der Glaswand dehnen auf dem Parkett, nach der Yogastunde versinken, mit jedem Atemzug weiter. Es ist gar nicht Pawels Akzent. "Die Knöchel werden schwer, die Unterschenkel werden schwer" und so weiter. Auch Angie sagt das so, mit diesen ins Leere gedehnten Vokalen. Doch Pawel sagt auch häufig "superschön".
Der Bauchnabel wird schwer. Auch in Angies Klasse wird sich mit Om bedankt.

Om! Berichtet wird auch von einer anderen Lehrerin, die mal mitmachen wollte, in der Gebetshaltung die Zeigefinger vorm Om-Kommando aber anders hielt, aus Überzeugung. Es kam zum Wortwechsel, dann zum Eklat mit hinausstiebendem Yogaprofi.

Der Brustkorb wird schwer. Thorax. Die Schulterblätter werden schwer. Interspinales System. Gleichmütige Augenpaare, sehen dich an wie auf der Geburtsstation. Kommst vom Laufen, von den Hanteln, eine Glaswand, und dutzende Augenpaare ruhen auf dir.

03.05.2007 11:16:20 

Flaschen


Ein Mann erwacht um halb vier, blickt auf die Uhr und sieht nur Zeiger. Er hat Fieber, ein digitales Thermometer auch, und der neue Stand macht ihn neugierig. Ein bisschen wie Tauchen oder Bergwandern, aber mit Instrument. Halb vier, doch wegen der Vorhänge weiß er nicht, ob es noch gestern oder schon morgen ist. Ob er arbeiten muss, erst übermorgen, aber wann ist das, und dergleichen.
Kurz sammeln, und das allein erschöpft bei vierzig Grad, und dann wieder durchstarten in den Fieberschlaf. Die verschiedenen Momente des Erwachens sind schon interessant genug, doch auch kurze Wachphasen erlebt er wie Wenden beim Kraulen. Kleinstaufgaben: Worin unterscheidet sich das Siezen im Spanischen vom Deutschen? Personalartikel, und schon geht der Traum weiter.
Jetzt einmal halb elf. Ist es sinnvoll, dem Nachbarn das Geld zu überweisen statt zu übergeben? Kein Nachdenken möglich, also entscheiden. Elf fünfzehn. Erst? Kurzes Drehen muss reichen. Also gut, eine Frage: Was war, als Eva die Libretti zurückgab – auch wenn ich nur in der Tür stand und von der Arbeit kam? Gute Frage, keine Antwort. Schon kommt der Schlaf. Mit Funktionskleidung und extra Überwurfdecken. Zehn vor sieben. Wieder kein Licht. Oder noch nicht, nicht mehr? Die Eva-Antwort, das wird sie wohl sein, also keine Frage und so geht es Stunde um Stunde. Niemand, der sich meldet, Gemüsesäfte und Joghurt und mit einem Mal ist sie da, die Erinnerung, wie die beiden Tage begannen.

25.01.2007 00:08:06 

2003


Cpt. Beefheart

Der Wärter hat jetzt Konkurrenz - es ist ein Vietnamese, und es sieht nicht so aus, als würde er dem Türken in finanzieller Hinsicht Konkurrenz machen können.

Der Türke macht einfach zu. Wir fragen nicht, er sagt nichts. Der Vietnamese müsste, dem Benehmen nach, na, da braucht man jetzt nichts zu sagen.
Aber der Vietnamese, der wird den Türken überholen. Der Türke weiß es auch. Aber der Türke ist weitaus selbstsicherer.

Da, wo es das Knäckebrot gibt, ist es im Gang besonders eng. Gerade jetzt möchte dieser Typ durch den Gang, war ja klar, und ein "Pardon…" hilft gar nichts, denn er wollte ohnehin wortlos durch, und ein "Es geht schon" ist hier völlig überflüssig.

Jetzt sagt der Vietnamese, der betriebswirtschaftlich den Türken bald überholt haben wird, was dem Türken aber nichts ausmacht, etwas einigermaßen Ungewöhnliches, er fragt nämlich: "Hast du Feuerwerk gekauft?"

Die Heilpraktikerin sagt, das beste Essen der Welt sei aus Frankreich oder aus Vietnam. Das beste Essen der Welt kommt also nicht mehr aus Italien. Also nicht aus der Toskana. Punkt.

Der Mann nimmt ein Bier, wollte ohnehin schon, als er hereinkam, als er also hereinkam, wollte er ohnehin nur ein blödes Bier.

Sagt Vietnamese Nr. 2 etwas zu Vietnamesen Nr. 1. Sagt Bierkäufer Nr. 0: "Hong-ga-donga-dong?" Wir stehen so an der Schlange. Vietnamese Nr. 2 sagt noch einmal etwas zu Vietnamesen Nr. 1, und Bierkäufer sagt: "Hong-ga-donga-dong?" Und der erste Vietnamese macht das, was man an der Waage und an der Kasse so macht, und nebenbei fragt er den Bierkäufer, ob er denn Feuerwerk gekauft habe. In gebrochenem Deutsch natürlich.

Bierkäufer: "Hä? Was willst du denn von mir?" Weil die Bananen so schön billig sind, sage ich: "Er wollte wissen, ob Sie sich heute auch Feuerwerk gekauft hätten." Der Bierkäufer - er hat tatsächlich nur eine Flasche Berliner Pilsener in der Hand - versteht. Er versteht einfach, und das ist auch ganz nett. Der Vietnamese, er wird sich dem Türken unterordnen; doch der Türke weiß, dass der Vietnamese, sollte es darauf ankommen, im Zweifelsfall, und vielleicht auch in der Regel, viel mehr verdienen wird.

Die Cheffrage wird dann ausgelagert. Besonders im Vietnamesenfall. Das wissen beide, aber beide sagen jetzt nichts.

31.12.2006 23:37:06 

Jeunesse dorée


Heute hat der Wärter gelacht. "Mein Freund", das sagt er ständig. "Na, mein Freund?", und vor allem: "Wie geht es dir, mein Freund?". Aber heute morgen, in seinem Kiosk, als ich die Zeitungen sah und er wieder mit seinem Freundding begann, war ich plötzlich an der Reihe: "Einen deutschen Kaffee, bitte."

Heute also jovial, der Wärter lachte schallend auf, und ich bat um Verzeihung, die Schlagzeile hätte mich verwirrt, "Deutsche Jugend ohne Gott". Er lachte wieder, und Hamelich war extra aus dem Hinterraum hervorgekommen, in welchem er von den anderen unbemerkt auch morgens rauchen darf. Tatsächlich, die Zeile stimmt.
"Ich habe nur Italienischen."

Ich will nicht der Freund des Wärters sein, aber er gibt ständig etwas aus. Am Anfang hatte Hamelich gehofft, der Kiosk würde dem Türken bald verboten werden. Der Wärter weiß um die Armut der meisten, besonders Hamelich kennt er schon. Auch der hört dieses "mein Freund" ständig. Hamelich hat einen weißen Gummizuggürtel mit dem Aufdruck "Dolce & Gabbana", aber das ganze Gerauche kann er sich nicht leisten.

Der Wärter liebt es, kleine Geschenke zu machen. Hier einen Kaffee, für Hamelich eine Zigarette nach der anderen, und besonders mag er die kleinen Münzen. Seine Kinder rollen sie schon zusammen, sagt er. "Ist in Ordnung", sagt er immer, und steckt das Geld ein, ohne zu zählen.

19.12.2006 00:17:43 

Mein Moldawien


Dresden


Dresden. Meetings, Lieferungen, Investitionen. Zwischendurch irgendwo eine Bäckerei.

14.10.2006 15:00:00 

Abfall


Eine Überraschung mit dieser Klagenfurter Lesung von Melle. Besonders in diesen Tagen des Dauermülls und der permanenten Suggestivfragen im Fernsehen. Hat ja ganz schön genervt inzwischen, dieses zugekleisterte Internet, "Drecksmedium!", wurde schon geschimpft, und was hat Melle darin schon getobt, besonders als die Rückkehr der Chefsirene mit ganzen Tankladungen ausgekippter Buchstaben und doofen Bildern begleitet wurde. Da schwappt die Welle zurück mit einer Stimme, einem Leiden, einer Diskussion und einer Mordszene im Wasser mit dieser Studienstiftlerin. Nicht meins, aber auf jeden Fall besser als Oswald damals, auch die Diskussion. Auch auffallend leiser.

24.06.2006 20:29:25 

Mein Moldawien


Die Leute geben immer weniger auf beim Schach. Nicht am Brett oder in den Clubs, aber im Internet, jedenfalls dort, wo die Titellosen spielen. Es ist schrecklich: Sie lassen die Bedenkzeit ablaufen, sie tun so, als wenn sie aus Versehen einen Turm eingestellt oder die Dame verloren hätten, was auch immer, anstatt die Niederlage einfach so einzugestehen. In komplett verlorener Stellung lassen sie die Minuten ablaufen, ab und an folgt ein halbherziger Zug. Kapitulation will offenbar gelernt sein. Schach bedeutet ja nicht so viel, zeigt aber einiges. Ein Wissen um Funktionen, mit eigener Historie und Systemtheorie. Eine Ertüchtigung vielleicht, so wie der Kampfsport in Asien zum guten Ton im Haushalt gehört. Wie hierzulande einst die Hausmusik womöglich. Sittliche Reife, verrohende Kultur, wer kann das schon sagen. Simons Korrespondenzpartie schleppte sich anderthalb Jahre dahin, mit einer Woche Bedenkzeit für jeden Zug, und der andere nahm eine Auszeit nach der nächsten. Beim Blitzschach die Uhr ablaufen lassen. Beim Turnier in verlorener Stellung wegen Zeitüberschreitung verlieren, dabei unter Zuschauerblicken Formulare ausfüllen, statt dem anderen zu gratulieren, wenn die Stellung so weit ist. Wie ist die Zeit vertan.

14.06.2006 03:26:27 

M. T.


Wir biegen um die Ecke, du schulterst deine Tasche, Sonne strahlt, es ist elf Uhr mittags und die Straßenbahnen lärmen durch die Hauptstraße. Die Fußgängerampel schaltet gerade um, als du meinst, da werde noch ein Stück gesucht für die Inszenierung, aber das poppe alles nicht. "Gestern habe ich was gehört!", brülle ich gegen die Lastwagen an. "Madonnas Music, aber von dieser türkischen Grand-Prix-Sängerin!" - wir trennen uns kurz wegen der Passanten, die uns entgegenkommen und blicken über ihre Köpfe hinweg.
"Stell' Dir vor: Heeeeeeey Mister DJaaaaaaay! I wanna daaaaance with my Baaaaaby! Als würde sie das morgens über Istanbul zum Morgengebet brüllen!" Du lachst und hüpfst mit dieser Tasche um die Passanten herum und dann siehst du in der Straßenschlucht die 21 zuerst, und wir nicken uns kurz zu und laufen los.
Du nimmst die große Bahn in der Kurve, ich die enge, aber da stehen Leute am Kiosk, Mädchen mit Unterwegskaffee. Wird schwer, vielleicht sogar ein Unfall. Vielleicht irgendwas mit Reinigung. Komplizierte Schrittfolge, Zeitlupe. Erster Wechselschritt, zweiter, dann ein Hund und für einen winzigen Augenblick muss ich mich am Pflaster abstützen, renne gleich weiter, nichts passiert, und du schon längst vorn.

30.03.2006 19:11:35 

Keine Plattenkritiken, kein Feuilleton, kein anderes Bier


PANK! Ox Compilation Nr. 32

1998 PANK! Ox Compilation Nr. 32 - Compilation
2001 Plea for Peace, Take Action - Compilation
2005 You Could Have It So Much Better

22.03.2006 15:43:30 

Taiga


Den halben Vormittag sind wir mit dem Gelenk-Sattelschlepper in der stinkenden Taiga unterwegs gewesen, um hier irgendwo in der verlassenen Mittagssonne ein paar Bierkisten abzuladen. Bushaltestelle, Supermarkt, Bahnhof und diese Kneipe - viel mehr ist hier nicht. Die Frau mit dem geknoteten Kopftuch ist strenger als der Chef selbst. Gesprochen wird nicht, schon gar nicht als Anfänger. Wir tragen die paar staubigen Kisten in den Keller der Dorfschenke hinunter. Draußen taut das Eis, irgendwo schnarrt ein Radio, und der endlose Nachmittag liegt noch vor uns.

11.02.2006 03:01:22 

Dimitroffstraße


Pivar
Pilar Andreu - Berlin, Eberswalder Str., II / 06

06.02.2006 17:49:09 

Motor Berolina


Wijk 2006, Topalov, Anand (F. Lucas)


                             *     *     *

Werner hat etwas geschafft, das muss ihm erstmal jemand nachmachen. Seit fünfzig Jahren Vorsitzender vom SV Berolina Mitte, früher Motor Berolina. Was hat er nicht alles durchgemacht, ja ja, aber was war vor fünfzig Jahren mit der Mauer, mit dem Alex, mit dem S-Bahnring? Er war jener, der in der Dietrich-Bonhoeffer-Straße die Stullen schmierte und das Bier aus Flaschen verkaufte bis samstagmorgens, wenn wieder so ein paar Verrückte nicht nach Hause wollten und durchzockten bis in den Morgengrauen, der mitmachte bis zum Schluss, und das mit Ulbricht, das mit Stalin, das mit Honecker und alles miterlebt hatte.

Heizer im Werk, seine dicke Frau mit dem geblümten Kleid und den hohen, harten Haaren hört schlecht auf einem Ohr und brüllt: "Sie müssen lauter sprechen!" am Telefon. Wenn sie zusammen ausgehen, wie beim Jubiläum, sitzen sie da, bei Kaffee und Kuchen, erzählen sich was, und ab und an streift Werner durch die Gegend und blickt nach dem Rechten, nicht dass irgendwas geklaut wird, wenn auf der Party das Haus zur Husemannstraße hin offen steht. Im Club sitzt er beim Malzbier am Ecktisch, immer, und spielt mit Platow oder Klausi, der ab und an anreist, inzwischen ein echter Hanseat an der Staatsoper mit zünftigem Weißhaarschopf.

Wen Werner ins Herz geschlossen hat. Und dann Abschied nehmen. Wir stehen da und er fragt noch wegen der kommenden Meisterschaft, aber für ihn kommt es nicht überraschend. Mit Ausflüchten braucht man ihm nicht zu kommen. Fünfzig Jahre, das muss man erstmal denken.

28.01.2006 01:55:52 


Der Text wurde autorisiert gelöscht am 10.04.2006 18:17:02.

23.12.2005 04:42:39 

Dimitroffstraße


Mit dem Professor am Ohr und dem Bildhauer vorweg zum Fleischer Mischke. Seine Frau, die Malerin, wartet schon mit dem Kaffee auf unsere Einkäufe. Der Verkehr ist laut. Nicht nur die Autos, auch drei oder vier Straßenbahnlinien kreuzen unseren Weg, eine U-Bahn noch dazu und überhaupt ist viel unterwegs. Colette ist nicht an den Champs-Élysées, sagt der Professor, und ich halte Bertrand an der Jacke fest, der sonst Mischke gestürmt hätte ohne zu wissen, was zu bestellen wäre, und ich sage: pardon, stimmt, hätte noch extra darauf geachtet. Louis Vuitton ja, Colette nein. Rue Saint-Honoré. Wir sagen Februar, und egal was kommt, immer ist alles wunderbar.

10.12.2005 07:07:51 

II, Propositio XLV, Zusatz 2


Es liegt in der Natur der Vernunft, die Dinge unter einem Gesichtspunkt der Ewigkeit zu erfassen.

Spinoza: Die Ethik. Amsterdam 1677



07.12.2005 17:19:51 

Snake Bar


- Gefällt Ihnen das etwa?
- Das geht Sie überhaupt nichts an.

06.12.2005 11:29:12 

Sprache im technischen Zeitalter


Lieber Leander, lieber Georg, lieber Norbert. Nein, lieber Leander, lieber Georg, lieber Norbert. Ach nein, doch nicht, lieber Leander, lieber Georg, lieber Norbert. Natürlich nicht, lieber Leander, lieber Georg, lieber Norbert.

(2000)

01.12.2005 12:37:44 

   1 2   
counter