ein bild

Mütze


Steinbakterien schälen
bebilderte Schlaufen kleben
Büsche wie gefühlte Kartons
Rubine im bewohnten
Astronom schlittert mit sandigen
Schnitten Pupillen hastet und
greift Steuer in die Tannen
gelegte Maschine auf
Schubumkehr schickt der
Propeller das Gehör
die Abmäher der Hecken
gefühlter Pilot welche
Binnenprimeln streuen
Partikelgelenke mit
zugezogner Mütze

05.02.2009 16:58:37 

taktet


die basalte ansammelst hektar für hektar
bellt die genagelten die wollenen die
reste formloses papier

magnetische tote in gespürt
mundbeete oststrom mag mindest
asthaut aber flusst das lang

listet und taktet das meter babelbecken
meisselt und holzt
ausser ast nebel und barsche gelangten

ins schwarmland schlossglas
erst fächer und fotolose tiere
dann noch wald flure kleinholz

14.01.2009 23:38:09 

Morgen


Es aus meterlosen, Not sind Schnüre flurlose Sinne, mauern, anlippen. Hebt, als wäre nichts hoffen astlos daran oder Brot. An die Schnur richtet, geschrankt am Bogen als läge Morgen.

18.11.2008 00:05:14 

Merker


Das sind die fürbittenden Merker mit vorne dran geklebten Denkern und scharfen Bissen. Sie hängen am Apfelsaum und reiben ihre holzigen Kehlen an unserer Beinhaut. So ein Gewitter. Der Kühlschranktransport hält uns seine dunklen Augenringe hin. Was sollen wir damit? Wir kämpfen mit den Achsverschraubungen der gekenterten Wohnwagen unter der Vordergabe der Merker. Die finden keinen Ansatzpunkt am Kamin, am Holunderschrank aus Beeren. Gut gekühltes Gift. Das ist keine Herzpappe, das ist reines Kotflügelmark. Wer feilt heute Nacht unsere Klauen?

02.11.2008 22:08:37 

Traubenhaus


Fällgenehmigung die alten Gewehre im
Austernschwarz der Bergmeere spülen
und schaufeln das Traubenhaus schnaufen
und fächeln Kohlenstaub ins gepuderte
Verlies den Muschelgrotten den vertrockneten
Wölfen ihren Hinterbliebenen alles gewünscht
und verdorben alles verlassen aber gemolken
um den Rhythmus zu finden den Faden die Beeren
Gehirnpartikel verschoben zerrüttete Wohnfahrzeuge
haben sie zur Besiedelung aufgehoben zur Besichtigung
der unterspülten Felder Mir gar nicht ungeheuer
dachte ich als ich die Fahrer sah mit umgehängten
Geweihen und bereits fertig beantworteten Bergen
oder waren es Beerenportionen wir sassen zu Staub
aber es war so ungewöhnlich hell dass wir lieber
ins Finstere geschritten geraffelt und uns umgehängt
haben uns anderes in den weiteren Tag sandten
wollten es zwar ging aber nicht die Rapsfelder mit
ihren Blendgranaten glitzerten im Bach Stirnen
fahle kleine Dellen aus Haut Bergmolche oder
Salamander ein Gang durchs Unterholz über nasse
Pilzweiden und getrockneten Erdhaufen verrosteten
Blutgestellen aus Metall Eingegrabene und sandig
Angespülte eine Mittagsluft im Mai kehrt um
will unser Leben Schrot und Korn kleine
Erdrillen darüber stehen aufgesogene Wolken die
ins Waldland eingraben ihre weisse Masse
beschweren und versenken anklammern das
ungewohnte Grün Glashütte wirft Licht
keine Konzerte sondern Marken Blumen hat es
zu viel Schnur Lotuscharakter steht Schlafwolle
auf dem Schild der blanke Magnet treibt Tapeten
versäumt Mauern wir fahren vor bis zur Linie
ins Schiff der Morgen hängt nicht mehr er
verträgt Wellenschrift Monsterbaracken schwere
Militärlastwagen aus Beton zum Beladen der
Berge Schwarten von Motorgrün oder waren es
Flugzeugbleche bestellte Abgegriffene in
erdloser Zwischenzeit eher zufällig die Leitermenge
angespülte Himmel mit Kletteransicht und abgelöffeltem
Mischer die immer einen Zahn haben aber dazu
keine Bindung oder Klebstoffe im Herbst kommen
Schwankungen die Gebiete die zu schnellen
Vorortmacher lottern mit Rückwärtsgabeln
bebleite Öfen als Zunder umgepolte sie fassen
nach Brettern und Schaufeln aber das Jahrzehnt
gibt es gar nicht mehr Schnurlose wir nennen
sie Erdmeter ins Ortlose schwankend ritzen
die Zeit Bohrlöcher streifen Planierraupen ab

27.08.2008 20:53:49 

Neues Land XVII


Wo erwohnt sich
der Basaltmotor erdet mit einer
Lungenspur am Bretterrumpf
im Meer knetet am Tag
Mehl sprechen der Lagerstock
dessen Drehpilze Heringe
dass es Gebiete dass es aufwärts
dem Halm der
Not dergleichen
jenes Armzeichen dessen Blockhaus
plastische Zweige Echolot ins
Hören in Gegenwege schnitt
der Ohrengang der stromlos
mit Blei lesen sie Innensprache
aus Lokomotive derselben bettet
Magenbeton mit herauf geschobenem
Peugeot den Transportstimmen den
Lagerbestand erblich
schimmerte in
deinem Blick
Halbsonne
welkes dünnes
Sprachfischen nach Herzmehl
poltert der Hirnwal die
Talbahn lege
Holz für Luft
und Lehm für
Metersteine deren Hast
Holzpalette den Linsen
den Schlagplatten weiteres schönes
Mehllicht im Tag Wasser
schimmert Wolle die
links rechts dreht
Haltemühle dem Mundstock
beraubte Sicht an tonlosen
an schmalen Haltebändern
gestreute mit Brocken der bunte
Buchenstrom aus Papier
die Notfinger angeschaltet
verstanden sie färben die Pottasche
sotten die Klinken das
Trugbild heisst kurze Wege gebaute
und Haushüllen die aufgerichteten
die erzimmerten dass es Luftraum frisst
mit noch mehr Knochen daran sortieren
mit müde hinter dem Wegkreuz
gärtnern sie sondern mit
anders lenken sie Hausbau
das Gelände hoch zu Wald
Minute
einen Kasten Mehl
lieferte gesagt

20.02.2008 23:47:03 

Neues Land IV


Mit Segelfliegerohren schmücken sich Tischchen halten
ihre Leimpistole in den Wind des Zimmers bekleidete
Mannschaften umkreisen die Parzelle kleben Plomben
auf die Wohnwagenhaut mit heruntergekommenen
Gesichtern liefern sie den mageren Sonntag mit seinem
leicht aufgewölbten Kinn an die Altpapierabfuhr sie
hält und betet sind bereits Bruderschaften ins neue Land
gesickert halten Ausschau nach Falken und Würmern
graben auf der unberührten Erde mit Abledern und
Pronomen naht unser Mannschaftswagen mit blanker
Windschutzscheibe und einem Henkelkrug voll
Holzkohle um ein Fleischfeuer zu entbrennen filmt
der Kruggrill seine Tage hätten wir eher Bier oder
wenigstens Wasser darin vermutet geschluckt minus
Heizwert und Tabelle aus Lärm und Pilzen errichten
wir einen Berg der legt sich um den Schal der
Ablagerungen am Horizont der niedrigen Wolken
eine Sicht mit Wärmepuffern darin und eingebrannter
Sommersonne so sauber verlegt sind die Kacheln in
diesem Land das glänzt zurück wäre der Fön von
Friedrichhain herüber ein wenig milchiger gäbe die
Erderwärmung etwas dazu wir würden zur Traubenlese
zum Pfingstschnitt mit Heckenscheren erscheinen
mit einem Maienhemd um die Schultern
flattern einige von uns ein wenig vogelscheuchenhaft
im aufkommenden Wind talseitig zu Pflöcken geschlagenes Land
abzustecken weder Vögel noch Diebe verlangsamen
ihre Fahrt nur weil wir plötzlich sichtbar werden
auf freier Flur schreckt dies niemand als würden
wir am Boden Veilchen finden mit hellvioletten
Augen stehen dir die Tränen der Nacht im Gesicht
im Tautropfengras gegen die Panzersperren am
Schattenhang weit und breit keine Mähdrescher
blickt kein Feld und Getreide welche Stunde ist das
welche Nacht wird kommen und wohin liefen die
Tiere tragen einzelne von uns Steine mit sich
vielleicht möchten sie Getreide mahlen oder das
Wasser belasten die geschwollenen Augen beschweren
kein Kuckuck ohne Kleid keine Halde ohne langsames
Verwachsen aus einem Segelflieger fällt unser Blick
ins Ried zu den Schildkröten zum freistehenden
Schornstein auf einem Feld landen wir in der Nähe
der Gefahr gehen Kalksteine voran treten Lichter
in Rücklage unser Fahrzeug erreicht uns
wir sind in der Luft schwer geworden
immer mehr offene Wiesen immer häufiger
schattenlos oder flach gedrückte Fallen aus Pilzen
und Mondsprossen kochen wir Kraftsuppe
ohne Klärwerk einfach nur so für uns

21.01.2008 23:33:47 

Heu


Mit geschlossenen Augen fädelten sich Alpenpanzer um neuerliche Attrappen aus Bimsstein und einem Berner Handtuch. Sie waren auf der Welt allein, fassten das nasse Kraut an, drehten sich darin seitlich, dachten dabei an den nächsten Oktober und schossen Kerzen in den Himmel. Ich blieb unterdessen in Maulbronn. Der Weizen bildete heute früh einen Gedanken. Morgen ist immer noch Mond genug, und schlafen konnte ich im Rückenmark. Da liegt es sich weich und gut. Das Terrain stapelte sich immer höher hinauf und gebar ein gefrorenes Tasteninstrument aus Bein, anschmiegsam glatt und nicht so anstrengend. Das Heulager sprach mit mir, sprach in Spinnweben und nutzlosen Haufen. Aber wer will heute noch Heu haben? Heuballen sind nicht mehr in Mode. Auch das Fernsehen kauft keine mehr, früher ja, heute nein. Die Wurst ist auch zu Ende gegangen. Wir durften keine neue mehr anbeissen, sonst würde Strafe folgen. Das konnte gar kein Panzer sein, so ungesund und bunt wie ein Hund klebte er an der Wand und klopfte an die Waggons gefüllt mit Sand. Zwei Hengste sind durch das Beet gerannt. Eine Zisterne fing sie ein, liess sie abregnen, presste sie durch ein Rohr in ein Becken und warf sie wieder aufs Beet zurück. Es war ein Erbsenbeet. Die Erbsenstöcke krachten, als das Pferdegewicht sie traf. Die Hengste galoppierten zur Mühle und warfen sich dann vor eine Hecke. Dort konnten sie ihre Wunden in Ruhe ausbluten lassen, bis getrocknetes Blut sie zuklebte. Doch die Hengste blieben noch länger unter der Hecke und schoben mit den Hufen ein Stück der Wiese zur Seite. Aug an Aug lag ich mit den Hengsten am Weiher und spähte nach Stichlingen. Die hatten winzige Hörner aus Gold und bauten an kugeligen Nestern. Wir sahen Garnelen durch das klare Wasser schweben und mit den Stichlingen einen Streit beginnen. Die Hengste fischten mit Brot, wir banden eine Schnecke an unseren Haken, doch der Abend blieb trüb. Wir waren nicht aus Brot gebacken, das sah nur so aus, aber es stimmte nicht. Das Heu schlug seine Zähne tief in den Weiher, so dass die Stichlinge und Garnelen vor Schreck in die Luft sprangen. Es flohen sogar Ungetiere, die im Unterholz kaum sichtbar lauerten. Viele hatten einen Pelz an, andere trugen nur die nackte Haut, und wieder andere waren mit dünnflüssiger Marmelade überzogen. Sie rann unablässig an den Untieren herab, aber unterhalb ihrer Bäuche bemerkten wir weitere Tiere, viel kleiner, die sich dort an der Untieroberfläche festklammerten und die Marmelade leckten. Vielleicht verarbeiteten sie die Marmelade zu einem giftigen Sekret, und bei Annäherung eines feindlichen Wesens gaben die Kleintiere ihren Giftstoff ab. So praktisch kann das Tierleben in der Natur sein, dachten wir und suchten nach den Hengsten. Sie schälten sich ihr Pferdefleisch aus dem Gesicht und von den Rippen, weil sie es nicht mehr länger unnütz mit sich herumtragen wollten. Aber wer möchte schon Pferdefleisch mitnehmen, das plötzlich unbeaufsichtigt an einem Weiher liegt? Wir mögen gar kein Pferdefleisch, wir wollen immer nur Steacks von Rindern, und zwar nur von den besten Rindern, die herumlaufen. Wir schmissen das Pferdefleich in den Weiher, dann ist es wenigstens weg. Dort kochte bald das Wasser, weil zwischen den Stichlingen und Garnelen ein Kampf auf Leben und Tod um das frische Fleisch der Hengste entbrannt war. Die standen mager am Ufer und schauten verständnislos dem tosenden Wasser zu, das noch nie zuvor so heftig kochte. Die Gier nach Fleisch war gross unter den Weihertieren: Mit Hörnern, Stacheln und Peitschententakeln schlugen sie aufeinander ein, bis die meisten von ihnen tot auf den unbedeutenden Grund des Weihers sanken. Dort hat ihnen niemand ein Denkmal errichtet. Das Pferdefleich war vor ihnen bereits gesunken, so dass innerhalb kurzer Zeit zwei Schichten Fleisch den Grund bedeckten. In der Folge stiegen derart schlimme Faulgase auf, dass in der Umgebung des Weihers nicht nur die Blätter, sondern auch die Vögel tot von den Bäumen fielen. Erst dann kehrte allmählich wieder Ruhe ein. Wie hielten uns währenddessen unauffällig im Hintergrund, wollten nicht in die laufenden Auseinandersetzungen geraten, konnten aber alle Vorgänge aus dem Hinterhalt genau beobachten, aufschreiben und schon am nächsten Tag unbekannten Leuten weitererzählen. Normalerweise sind wir nicht gut im Erzählen, aber dieses Mal erzählte es nur noch so aus uns heraus. Die Hengste sind noch in derselben Nacht gestorben, weil sie mit dem Fleisch auch ihre Adern von den Knochen geschält hatten, so dass keine Blutzufuhr mehr zum Gehirn stattfinden konnte. Die entfleischten Hengstkolosse stürzten bald darauf in sich zusammen. Wir rannten schnell über die Felder, weil wir nicht für die Bestattung der Hengste aufkommen wollten. Wir haben zwar gemeinsam ihre letzten Lebensstunden verbracht, aber ihnen nie befohlen, noch nicht einmal angedeutet, dass sie sich schälen sollen. Das war nie unsere Idee. Da sind sie selbst drauf gekommen. Wir wollen dafür nicht gerade stehen. Oder das Ganze am Ende bezahlen. Ein Begräbnis sei teuer, das wurde uns immer wieder glaubhaft versichert.

17.08.2007 23:12:28 

Der das


Der das Geschütz abapfeln lässt hat
magnetische Wimpern der das Geschütz
ausgerottet hat den teilt sein
aufgeschobenes Alter in Angst auf
selbst sich erbeutendes Militär in Klagenfurt
erschlägt und besetzt der das Geschütz
der es als Selbstschutz mit Bodenpreisen
Inseln und Augen geschlachtet hat aber dann
plötzlich unsichtbar stirbt

12.08.2007 23:58:11 

Glanzfleisch


Gekalbte und so viele Fleische im Album sortierte buntfischige
Lippen gepresstes Glanzfleisch stört der
Kartoffelschütter mit seinem Spion konnte er aus dem Kraut auf das
Feldfrühstück blickpinkeln
Meerschwein Marmor du Methylkanüle
im verkäse dich im Trog auf einer schweizlosen Alp
Trichter für Trichter ein Rentiertermin mit Magenklavier
gespielte Heringe sind’s
die spalten das Land
und Wirrweizen reift im Korn im abgelernten Schilf
mach den Herd mach den Ofen
dass der Herbstheiland
wiederkehrt entzündlich
dürre Mönche
den haben wir
wasserschlecht
gestrichen hab
ich dich
so rassisch
am Geschlecht
Schlag oder
Erdkubik
gar und erkaltet Heimat
so schwach wortkaputt
klappt das

04.08.2007 23:30:27 

Monster (Holland)


Eingeglaste ins Schneewittchengewitter
gesargte frühe Opel- und Mercedesmodelle
beschlagene Gläser gegiebelte Gegend blei-
und silberfarbene Himmel gezackter Horizont
gedeiht im feinsandigen Grund das Gewächs im
maschinellen Gebäudeplan pflanzt mit hohem Tempo
was meint wächst rankt und erntet einsammelt
das Gemüse Obst zur Skulptur geformter
Hang geschrägt frisch ausgekehlte Gräben von
Gespinst Kraut mit Grabschaufel und Zackenmesser
Unterschnitt mit Schlamm gefütterte Entwässerung
aus der keine Kraniche aufsteigen Tomatenwälder
staunen hinter gedüngten Scheiben Tonne um Tonne
rings die Sheddächer darin eingelegte Gärtnerhäuser
aus peniblem Backstein die fein gemähten Grundstücks-
Grundeigentümer mit Törchen Inseln Zier
ein Gehegegedeih eine Grabwacht hat die
Gartenmaschinen die Sumpftraktoren Mähwerke aus Wasser
Schlamm Wasserkraut fressen lieber essen will ich
das Tomatengebirge nicht eine Bildbeschreibung nur
eine ins Bild gepflanzte Verzehranstalt gemauerte
Klinker aus medikamentöser Wahrscheinlichkeit
damit hinter dem Meer der Mangel
nicht Frucht nicht Gurke findet sondern mit
salzigen Winden drüberstreicht drüberhinsegelt als
wäre das blauweisse Kachelporzellan das weiss gekalkte
Scheibengebiet dahinter die im windfreien Schrein
angehaltene Zeit der Chromstahl harter Holzkanten
und Farben das strenge Ornament der Metalle
ein Museum nah dem Meer dem mit Fahrrädern
abgerollten Weg an der Denkgrenze entlang die mit
Sand gefluteten Spülzonen gegen das Land
das eingefasst dahinter liegt als hätte der Himmel
Furcht vor der Landschaft der ersten
Gegend nach der See die am Meerende eine
neue Welt beginnt als hätte als wäre nie etwas
anderes hier gestreut gedacht oder gekauft
worden als dies als diese Meerhimmelerde der
Kunst die Wassergräben in den Bildmittelgrund
führt der unbewusste Fall in nicht vorstellbare
Zeit mit ihren Seglern Lasten den gelehnten
Teesäcken subkutane Haut mit Händen daran
festgebundenen Händen frisch gepflügter Erde
von der Fernerde tausendfach gelittene
fremde Fersen mit blossen Füssen Händen mit
Handtausenden geernteten Gelenken an Bord
vertäut verschifft daraus gemaltes
Bild ist die Erschöpfung
der Sonne

18.07.2007 17:18:31 

Gebückter Boden I


Das geschotterte Gesicht und die schmalen
Wellen wenden den Wald werfen wie
Flugmehl den Morgen ab bis Sand durch
Ast und Berge rieselt die rapunzelte Tanne
zieht Gemüse im Beet elektrischer
Salamander die mit Blitzableiterzungen im
Waldgewitter züngeln mit Phosphor und
Efeu am steilen Hirschberg baumelt das
Geschleppe mit Körperteilen mit
einzelnen Gliedern bergan zum Himmel
rankt Kraut quer verhakt sich gegen die
Laufrichtung schlagen Riesenkiefer ins
Dornenskelett Geraschel um sonnige Ohren
an einer Handtasche aufgehängtes Gelände ganz
oben vor drei Lärchen aus Holzbeton mit
Denkmalrinde ummantelt steht ein Wasserloch
wie Steinmilch im Lehm aus Schachtelhalm
die weitere Umgebung ein Platz Pilz
zum Stehen will ich nicht diese Bühne
verlassen das angerichtete gut beleuchtete
Kräutergehege mit Forst Holz und gehörlosen
Gängen aus Stein ausser gelegentlichem
Vogelschlagen gewisperte nicht richtig
gehörte Ohren hocken
am gebückten Boden

15.06.2007 23:39:40 

Feldbeginnen


Das ist ein aufgeklebtes Feld am
Dunsthang am gewässerten Morgen
ich sammle Löwenzahn mit abgestelltem
Gesicht rupfe das Kraut aus dem Feldrand
eine Mannschaft beginnt zu mähen
Kleinlastwagen und Motorsensen
am festgewachsenen Bahndamm an meinem
kleeblättrigen an meinem Fahrradkorb voller
Salat mähen sie mähen die Beschreibungen fort und
gabeln die langen Halme in den abgedunkelten
Mittag mit einem Stirnenglühen und daran
angekletteten Lungen die als Mais und Weizen
weiter wachsen bis mittig ein Feldweg
ein rotes Auto im Korn steht mit ein paar Leuten
und Plastikfolien rolle ich weiter mit dem
Kinderwagen mit leicht angesensten Schritten
hangab eine Drehung seitwärts eine Ansicht
zwischen Kissen Decken steckt der schwarze Tag
im angehaltenen Zimmer geht flach
der dünne Atem der Kinder

Halb geöffneter Dunst sitzt im Berg
und abschreite ich Feld um Feld die
saatgerasterte Gegend mit darin eingelegten
Neubaugebieten Gefühl für einen aufgeklappten Himmel
die Verbretterung der Stadt ist fort auf freiem Feld
nur halten oder weiterlaufen nochmals
halten das sind die Entscheidungen
die einzigen Feldveränderungen

Die gewanderte Zeit hängt am
Scheitel des Morgens mit durchdringender
Sonne sich und dem Feuer eine Begegnung eine
Beleuchtung des Gesichts erstellt mit aufkeimender Feldfrucht
im Hintergrund im Bühnenmittelbereich aber nur
vom Rand gesehen mit schmalen Augen abgetastete
monochrome Saat bemerkt und
alles durchgängig geteert

Ich kann nicht die Feldgegenwart mit purem
Abschreiten beenden beobachte die Dunstglocken
die sich verschiebenden Himmelgehänge
Graphitregen Schleier auf den Anhöhen auf
grün gestrichnen Landflächen warte ich
dem abgeschrittnen Feldgeviert entgegen
setzt sich der ausgeleerte Blick wieder fest
rundet die Bahn der vorausgehende Kopf
der sich abkoppelnde Kopfinnenraum der
nicht mehr will
der gestorbene Vater
mit ausgesprochenen Worten
nicht so klar wie sie sein könnten
in eine andere Gegend hineingeredete Sätze
dazwischen eine Ausdehnung eine Dunstferne
gelegt ist
zu einer Hecke zusammen gezogenes Sprechen
ein Holunder
ein Feldwegrand
mit blass hervortretenden Halmen

Ein Nachgang im Nachtorange der Stadt
des Feldspaziergangs des Wolkendunsts vom
Vortag laufe ich die Strecke in Bruchstücken
nochmals ab Bilder Ansichten der Gegend
während draussen lau der Tag in die
Nacht nachlastet andere Stücke der Felder
nähe ich zu einem matten Deckenbild die
Ereignisse baumeln an der weissen Dunstgrenze
daran sind Milchfrüchte geknüpft in kleinen
Kisten verpackte vom Feld gepflückte
schmutzige Hände von der Ernte blickt
das Gesicht auf hält sich momentlang
fest am Horizont am spiegelnden Auto
prallt es wieder ab und senkt die Augen in
den Erdbeerboden ins Erdinnenreich
tastet sich in die angetrocknete Oberfläche
mit fortgeschrittnen Frassspuren
Insektenkiefern fast unsichtbar steht der Kot
bröckelt gut getarnt zwischen
Krume und angebackner Erde

13.06.2007 22:16:41 

Marmelade


Mit Folie beschwerter mit
Schotter belasteter Landstrich
aus Raureif baumelt mit luftigen
Wiesenabschnitten aus Bronze gegossen
als skulpturaler Himmel abgehängte
gespiegelte Gegend mit leichtem
Magen aber locker aufspielender Hand
die geschälten Kartoffelblicke die
eingehängten Lastwagenlampen am
Küchentisch mit ihrem Brothunger auf
mich gerichtet mich in den Sessel
einrollen wollen mit einer
weiteren Wurstkonserve in der Hand
halte ich die Kurve am Arm morgen wird
alles besser viel besser heut geh ich
nicht mehr raus in das gebückte Nachtlicht
der Stadt in das mit Marmelade
verklebte Gedächtnis der Waldränder
mit davor gelagerten holzigen Hecken

01.06.2007 23:17:42 

Pleigne


Der eingezäunte Strassenzufluss rinnt
mit dünner Zunge in dieser Ausdehnung
gegen den Himmel mit Weiden ist das grüne
Gewölbe nach oben gespannt an der Strassengabel
am verkehrslosen Asphalt die angehaltenen
Wegfragen haben plötzlich viel Zeit werden
langsamer noch im zähen Blutfluss
im Dehnungsprozess mit zunehmend
ausfransender Wirkung tritt oben
der Dorfbeginn heran hangelt sich ein
Gebäude ans andere frisch verputzt oder roh
verfällt ein weiteres daneben dann Gartenzone
Schotterfläche mit quer gestelltem
Traktor Anhänger eine Scherbenfarbe vor dem
Pastell vor dem milden Farbschimmern
Vergangenheit kleiner Fenster im selben
Haus eingelegter Stall mit Holz beplankt
und strauchigem Gras aus Stein aus
rissigem Putz das verwitterte Gedächtnis
daneben dahinter neu gebaut mit noch viel
härterem Farbeinschlag als das brüchige
Erinnern das sich als Steinkette löchrig Gebäude
an Gebäude reiht mal eine Wirtshausschrift zeigt
mal ein anderes Schild auf eine Hauswand
geschraubt ist wartet die Werkstatt
mit Traktormaterial oder der zugewachsene
Laden der weiss nicht ob er mal wieder aufmacht
oder bleibt wie er ist wann das weiter
geht oder am Schluss doch alles ist wie es ist
am Dorfende aufgeschobene Erde mit neuer
Balkenablage zugeregneter Sportplatz weiter hinten
gewässert Sackgassenschild kurve ich rückwärts
und noch mal die Dorfachsenstrasse zurück
die Lebenslunge aus still schlagendem und zugleich
schlafendem Stein steht dort nicht der Horizont
aus besäumtem Baum gefrorener Vogelflug wer
wohnt dort wer geht fort und warum sind
manche geblieben?

30.05.2007 22:42:37 

barometer


wölbt sich das
gelände gefühl von abendlich
verdunkeln die ansichten
die vergessenen blicke
die frühen bilder der meere
wie kalkstein gealterte buchten
belichtete papiere
mit aufsteigendem rauch
am oberen blattrand
vulkan und barometer
gefälle wie
tod ohne gewicht
geschneite asche

26.03.2007 22:15:42 

Warten wir das Aas ab


An der Heugrenze sitzen
wir und warten auf Aas
das manchmal dort fliegt fällt
haben das Kadaverhemd
an überm Skelett
mit Gras getarnte
welkt das Schilf
unser Versteck
fault lebt kein
Busch verwest in
kleinen Portionen
angekommene Aasstücke
am falschen Heu Gesessene
warten auf noch frischeres
Fleisch auf der Flur
nein nagen zuerst
dann unbemerkt essen
wir essen uns
und Gras dazu
welken eure Köpfe
haben wir das langsam
ganz langsam uns ausgedacht
ins Land in die kadaverlose
Gegend gelangt hungern
wir trinken die Bäche leer
hungern aaslos bis
zum Heufrass gewartete Zeit
noch ein Gewitter verlegt
dass alles fertig wird

02.07.2006 22:04:50 

getreide


das getreide vereist als
es mich sieht muss ich das
getreide das feld muss ich
das mehl ganz schnell
auf den acker rennen damit
ich drechseln nein das
dreschen das getreide beenden kann
dann erst die ähren mähen
dann hört das getreide auf am feldfuss
am unteren himmelrand erst
hört das auf mit essen das
mahlen muss mehr ernten
muss alles viel mehr geerntet
werden die gelehnten säcke die gemähten
damit alle ähren als mehl
als beweise exportiert
müssen in erz gegossen
und von raumkapseln
betrachtet und
aufgegessen das getreidemehl
wirft keinen herzschlag
mehr ohne erz

für jonathan meese

21.05.2006 23:10:57 

Kerbel


Sogar das Quantenuniversum hielt in diesem Zimmer an. Der Schrank war voller Mörder, die das Innere verkotet hatten, ständig schrieen und raus aus diesem Dreck wollten. Draussen lehnte eine Mistgabel an der Wand mit dünnen, eingefrorenen Lippen. Sie hörte dem Mördergeschrei zu, wollte sich aber nicht fort von der Wand bewegen.
Die Energie der Mörderbande liess nach. Bald war die Lebenskraft erschöpft, und die Laternen hingen herum fast ohne Licht. Jetzt drang nur noch der Fäkaliengestank aus dem Inneren des Schranks. Das Holz hatte Risse, aus denen die Mörder ihre langen, dünnen Nägel in letzter Sterbeminute streckten.
Am anderen Tag kamen Ratten und nagten die Nägel ab bis aufs Holz.

Eine Landschaft wusch sich die Felder. Sie wusch sich den alten Mörderdreck von Tagen und Wochen herunter. Es floss viel flaches Wasser die Felder und Wege entlang. Doch bald war das Mörderwasser verschwunden. Die Erdränder blieben noch eine Zeitlang mördernass, aber das merkte niemand, weil niemand da war.

An einem trockenen Tag, es waren seitdem Wochen ohne besondere Verbrechen vergangen, kamen zwei Leute und feilten aus einer flachen Wegsenke feinen Mörderdreck heraus, der sich bei der letzten Landschaftswäsche abgelagert hatte. Der Mörderdreck gab ein feines Puder ab, den sich die Leute mit Marderhaar in die Gesichter pinselten und davon eine weiche, matte Haut bekamen. Die Gesichter wurden mild und morgenzart. Mit morgenzarten Gesichtern konnte diese Gegend besser betrachtet werden. Die Leute hat niemand geschickt. Sie sind von selbst gekommen, also mussten sie mit der Gegend auch alleine fertig werden.
Am Ende des trockenen Tags fielen die beiden Leute in eine Wiese aus Kerbel. Der stand so hoch, dass niemand die Leute liegen sah. Sie tauchten unter den Kerbelhorizont in das stille Innere des Halmenwaldes. Es war eine gesunde Wiese mit kräftigem Kerbel, der in tausend Blüten blühte. Das schöne Kerbelmeer wogte im Wind und erweckte den Anschein einer alten Märchenzeit. Kein Kerbel war von den modernen Zeiten wesentlich entstellt oder erschossen worden. Aber die beiden Leute lagen immer noch dort und erwachten nicht mehr. Niemand vermisste sie. Wie soll jemand vermisst werden, den niemand kennt?

Die Tage zogen wie Kraniche über die Kerbelwiese hinweg, die frisch und gesund blieb, weil sie sich immer neue Lebenssäfte aus der Erde zog. Oben herum sah das schön aus. Die beiden Leute sind aber nicht mehr aufgestanden. Sie faulten unsichtbar für die Welt unterm Kerbelhorizont. Je heftiger es unten faulte, desto üppiger blühte es oben.

Dann kamen Knochentage. Sogar der Kerbel fiel in sich zusammengefallen. Die holzigen Halme lagen plötzlich übereinander und redeten nicht mehr.

Aus den Mörderresten hat man eine Suppe gekocht. Auch der Mörderschrank wurde klein gehackt und in die Suppe geschüttet. Eine Mördersuppe hat sich schnell. Die rührt jeder mal um.
Es kam ein Bauer gefahren mit einem Gülletank. Dort hinein wurde die Mördersuppe geleert. Auf die Felder hinaus, auf die vom Mörderdreck frei gewaschenen Felder. Der Bauer versprühte seine Fracht und ahnte nichts Böses.
In der Nähe sassen ein paar Gehirne auf einem Hochsitz dicht gedrängt. Die Gehirne hatten trotz der kühlen Witterung keine Mützen auf, aber Gewehre dabei. Sie legten an, als sie den Bauern fahren sahen, und drückten ab. Der Bauer fiel von seinem Sitz auf das Feld, der Traktor fuhr führerlos weiter mit der Mördersuppe im Schlepp. Nach dem Feld kam die Schlucht. Dort hinein fiel das Gefährt. Ein Tosen und Hallen. Die Gehirne tranken noch einen Klaren, seilten sich ab und verschwanden.

16.04.2006 15:30:30 


kommende nacht


habichtlose himmel fallen aus den organen der zeit die laue luft im märz
fristet unterm dach im darin eingenisteten stroh vor den krallen der nacht
geschützte brut mit viel zu wenig magenhaut verfroren dann der wind in
grauer farbe gestrichne stirn am nächsten morgen hinter dünner haut aus
warten kocht die suppe mit angehefteten mündern erstaunt stecken die
augen im erbsenbeet und blicken senkrecht zum mond der mit stangen sich
von der erde abstösst und vom wald der sich fürchtet vor der kommenden nacht

15.04.2006 16:47:57 

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