ein bild

Verramschen


40, ich nehme 40, das wird reichen, bis ich alt bin und grau
wie der Regen. Möwen, kreisen über der Bürostadt.

05.04.2004 15:44:29 

Zustände wählen, die das Bezeichnen vermeiden


das Draufzeigen und Vergleichen (Carol Ann Duffy als Mrs Darwin: "Something about that chimpanzee over there reminds me of you").
Lesen, worüber die Gelehrten streiten ("Erst als der Beißapparat bestimmter Affenarten durch eine Erbkrankheit degenerierte, entwickelten sich die für den kognitiven Prozess wichtigen Hirnareale").
Bei bestem Wetter drinnen bleiben, mit dem "l" von Klausel spielen, und Füße aufs Sofa, Messer zücken, Äpfelchen in mundfertige Stücke schneiden, einmal mit der Zunge schnalzen, April April.

01.04.2004 16:36:24 


Luca



Collage: Ghérasim Luca .................

30.03.2004 15:40:06 

Ort ohne Schmerz (anatomische Notiz)


Bezeichnung vermeiden, die einen Zustand beschreibt

Es ist nicht so, es ist nicht so, nicht mehr so, während ich sie befühle. Fühle ich, während ich bedenke. Später denke. Mehr so: das habe ich auch. Werde ich gehabt haben. Habe ich noch. Solange ich denke. Endet die Hand im Fingernagel. Drücke die Hand.
Wiedererkenne Fingernagel. Wiedererkenne Handballen. Wiedererkenne Unterarm.
Schwer, schwer wie ein Eimer Erde, eine Hand, ein Arm.
Leicht, leichter als Luft, Lippen, Brauen, Augen. Leicht wie die leere Schale.

Geschält liegt sie vor mir. Geleert.

Muss sie drücken. Die Hand pressen. Suchen. Schalungen anpressen, hochklappen, auflegen. Auf und zu. Kein Schmerz, schmerzlos drücke ich die Hand. Leicht berühre ich die Lippen. Das Auge.
Wiedererkenne Kniekehle. Wiedererkenne Ferse. Wiedererkenne Zehen. Die Hand. Reiche die Hand. Kehre zurück zur Hand. Halte die Hand.

Suche Zunge Zähne Hals Rippen Nabel.

28.03.2004 00:08:53 

Abschnitt Neufundland meldet :


: folgende gegen Küste geworfene Artefakte : Wrackteile [ Seefahrt - 1532, Luftfahrt - 3851, Automobile - 48828 ], Grußbotschaften in Glasbehältern [ 18. Jahrhundert - 8, 19. Jahrhundert – 28, 20. Jahrhundert – 273 ], Öle [ 15500 Tonnen ], Prothesen [ Herzrhythmusbeschleuniger – 71, Kniegelenke – 343, Hüftkugeln – 135 ], Tiefseetauchanzüge [ ohne Taucher – 8, mit Taucher – 5 ], Engelszungen [ 6 ] – Quelle : University of Halifax : register 87 : derelicts – maerz 27

anatomische Notiz

27.03.2004 10:41:09 

Aquatisches Mandala


... bei Hochflut brachen die Wellen direkt auf den Fels. Die Dünung schälte sich um das Kap wie die Heckwellen eines Supertankers, die Lava war schwarz von der Schwärze, die noch einen anderen Glanz einschließt, Tiefe lag dahinter wie in zu plötzlich aufgerissenen Augen, wir drifteten jambisch und windkühl, ich lag träge im Wasser wie auf einer Luftmatratze für Belastungen, elementarer Tourist, die Brandung explodierte in salzigem Dunst, die Welle zeigte mir ihre Schulter um Schulter, in jeder Sekunde geschahen Tankerunglücke, Meisterwerke wurden vertröstet, Begabungen belächelt, niemand hätte je sorgfältiger leben können ...

26.03.2004 15:35:56 


alpha to zero. Der Finger des Autors kurz vor zwölf, indem er pulmo sinister bedeutet. Kühles Gelände. Ein Flügel von uralter Luft. Impressio cardiaca : lobus inferior : fissura obliqua. Dann, im Kopflicht, phalanx distalis : die Spitze des Knochenzeigers. Eine Struktur, der man nicht mit einem Begriff begegnen kann, ist wie nie gewesen. Man kann sich nicht über sie verständigen, auch nicht in der Erinnerung im eigenen Kopf. So wird man sagen : jener Knochen, den ich am zehnten Februar betrachtet habe kurz nach zwölf. Und schon ist die Struktur in einer sehr privaten Art und Weise ausgezeichnet.

anatomische Notiz

25.03.2004 21:58:04 


Irgendwas läuft hier verdammich nicht richtig rund. Was?
*breakfastpark° - dein zuhause Hop~Hop~Hoppeldi-Popp ! ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Diesmal in *breakfastpark° 3rd Season, 1100h-1900h: * ~ 28.03. easter motel / autohotel hase ~ the günther grasses gehen am *b°-sonntag vor ostern für euch in die 5-sterne-hölle! : rettung bietet dann vielleicht der easter-bunnie-comedical support von heino trusheim mit standupcomedy um 1500h. : frisch gehopst - unsere dj-hasis don appetito (saint pauli !) dietschey slomoschn ellen bogen * Wir wünschen allen einen schönen Frühling! Frische Grüße : M. *b°-Team ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ immer ein plätzchen für neue musiker, djs, autoren! ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ wwwatch out for www.breakfastpark.de * breakfastpark is guest at bar&lounge "die welt ist schön", neuer pferdemarkt 4, 20359 hh *** * ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ breakfastpark wird unterstützt von panasonic toughbooks u. technologie, studio funk equipment, getränken von jever /brau und brunnen, und von saintpauli.de mit fine tuned music on cd. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ *

__________________________________

m" | mzwei - marken kommunikation

25.03.2004 20:50:05 


979



"Three of the membres were quite talkative, quite open. All of them were if you spoke to them casually. But if you put a tape recorder down they'd refuse to talk. The bass player, Hooky – Peter Hook – got very intractable and argumentative, and refused to answer any direct questions, especially any probing the meaning of their music. He was not ill-natured, of course, I ended up having a big argument with him about the meaning of interviews instead.

I saw them at a TV studio in Manchester where they were recording a song for a local program. They did a couple of run-throughs, and weren't getting on particulaly well with the director. The TV crew would say, "Go through it again"; they would, and no one would say whether that was any good or not. Eventually the floor manager said, "That's it, it's all over now." They were unaware that that was the final take, and they went to the control room to see what was happening. The director had covered the group with video effects; he thought he was being really creative. Beaming with pride, he turned to the group and said, "Well what'd you think of that, then?" They were just silent; then Hooky said, "I thought it was a load of fucking rubbish." A few minutes after that the whole group tromped out, and no more words were said. That's sort of what Hooky's like, and it's from him that their stonewalling thing came.

The music had much to do with Martin Hannett. He defined Joy Division's sound to a large extent. He's obsessed with electronics; he'd buy all the latest equipment he could get his hands on. He'd arrive at the studio with these big boxes, hook them up and start recording.

Once Hannett put Joy Division through phase shifters, equalized them, beefed them up in the right places and so forth, the music sounded very sophisticated technologically. Performing was a bit of a problem until they could duplicate the sound live. They were a great heavy metal band onstage, and could really have cleaned up if they'd gone on. They looked completely wrong, though, because they didn't wear denim or long hair.

What the music sounded like came to a great extent from Bernard Albrecht, the guitarist; Hooky, the bassist; and Martin Hannett. The atmospheric of the music and, of course, the lyrics came from Curtis. They all had a strong input; Joy Division was pretty much a combination of talents."

22.03.2004 15:47:40 


beth



Mysteries

God knows how I adore life When the wind turns on the shores lies another day I cannot ask for more

When the time bell blows my heart And I have scored a better day Well nobody made this war of mine

And the moments that I enjoy A place of love and mystery I'll be there anytime

Oh mysteries of love Where war is no more I'll be there anytime

When the time bell blows my heart And I have scored a better day Well nobody made this war of mine

And the moments that I enjoy A place of love and mystery I'll be there anytime

Mysteries of love Where war is no more I'll be there anytime
*
Beth Gibbons

22.03.2004 15:42:08 

nodum


ungestillt - der fortgang einiger rufe, die
mich erreichten, durchstießen und sich
verfingen. unentwirrt die flüstersprache:
ich weiß, wovon sie spricht, aber was?
zähe handreichungen, strichversuche, das

was bleibt

bleibt geöffnet, ein ja, erstickt, kehllaute,
röntgenfilme: a, b, c - tongue movement.

22.03.2004 15:20:08 

immer noch ungestillt, aber anders:


denn es gibt noch mal Schnee. Es gibt das Aufhören zwischen den Zügen hier, einen halben Kilometer vom Tisch entfernt. Es gibt Stille Tage in Clichy, Stiller und weitere stille, unversöhnte Nachbarschaften in den Regalen, es gibt versöhnliche, unarchivierbare Gespräche, während am Bahndamm ein Hund bellt, den man sonst nicht hören könnte.

18.03.2004 19:42:12 

Quod erat demonstrandum.


Ach ja, stiller. Ich mach´s von Ironie frei, frei nach Schopenhauer: es endigt ernst nur der Humor. Oder - wenn schon humor vorkommt - medizinisch, terminiert: Das Flüssige im Textkörper, das austritt am Punkt - Schluss jetzt. Oder verbissen, in die Zensur natürlich: Mit der Stille kann es ernst meinen, wer zum Lachen nie in den Keller gehen musste. Dementsprechend laut geht es in Flüsterkneipen zu.
Das Subversive gibt sich leise, wo es muss, also außerhalb seines Territoriums, wo die Pläne knistern, wo sie gar erst geschmiedet werden, klingt es, nein, nicht unbedingt - darf es anders. Naturgemäße Lautlosigkeit des Geschriebenen? Hier, beim Fragezeichen, schwebt das Wort gegen Ende (oder, besonders vernehmlich, auf der betonten Silbe) einen Halbton höher, das ist mitgedacht im "inneren Wort" und echot in die Nachartikulation des Lesens hinein. Streiche hiermit die letzten beiden Sätze, obwohl: was sollen mir Archive?
(Nachtrag: streiche heute, zwei Tage später, diesen Text, das Geschriebene bleibt nur, damit man die Streichung sehen kann.)

18.03.2004 18:42:19 

Selbstzensur


Gegen Ende sollten höchstens noch ein paar Sätze folgen,
die sich gegen die Tendenz stemmen,
noch mal zusammenzufassen. Geschriebenes ist naturgemäß lautlos,
aber etwas stiller könnte es noch werden. Und dies gleich mit:
es ist gegen den Stillstand. Die Moral am Schluß macht meistens kaputt,
was darübersteht. Am besten immer die letzten beiden Zeilen streichen
oder ausschneiden und abheften für your private own Marbach.
So ähnlich schreibt es Walser, Adorno prägte die schöne Formel von der
Erkrankung des Kontakts, die meint: Alles muß auf den Punkt gebracht werden,
ohne Anrede und Gruß. Nur ein schieres Resultat -
und versteh mich ja nicht falsch. Ergebnis ist das Bellende,
Imperative der Kommunikation. Je weniger zielgierig man schreibt, desto
...
...

18.03.2004 15:50:21 


Na, na, so weit kommt es noch, ein anderes Medium zu beneiden, plötzlich dem Filmen in nichts nachstehen zu wollen und alles, was nachsteht, dem Schreiben dann vorzuwerfen. Dass es einfach zu karg sei zum Beispiel und wenn nicht zu karg, dann zu klebrig. Dass beinah alles durch alle Lücken fällt, und schließlich nur dasteht, was irgendwie von einer kleinen Bedeutung ist. Und so ein Zappeln der befragten Person, das wirklich von gar keiner Bedeutung ist - wer will das denn aufschreiben und wozu? Aber gerade an diesem Zappeln ist mir, die ich diese Dokumentation sehe, sehr, ungeheuer gelegen. Und all meine Worte könnten diesem gefilmten kurzen Gezappel nicht das Wasser reichen. Mit Worten geht einfach gar nichts, mit filmen alles, das weiß ich dann.

17.03.2004 14:14:42 

Schwelm


Im Augenblick, da ich zur Uhr sah, blieb sie
stehen. Schwarzer Block, im Schneegestöber
Eingang eines Tunnels, der Ostwestexpress
raste heraus, Schnittblumen. Schnittblumen
auf beiden Seiten der Grenze, beiden der Zeit.

15.03.2004 16:22:02 

Nontonal oder: Darf ich hier einfragen?


Dein Text, liebe Sünje, ist ein Katapult (ich lasse meine Cowboys, die im Folgenden eh auf Abwege geraten, mit Erbsen schießen). Jedenfalls katapultierte mich der Trek nach Texas flugs in die Erinnerung an eine Passage aus den Tagebüchern Max Frischs, wo es heißt, für jeden gäbe es ein Wort, das ihn töte. (Oder doch Gantenbein?) Kommunikation - oder, wunderbar, Kommuniaktion - hatte offenbar schon früher etwas Lebensbedrohliches, unter Umständen. Nicht zufällig sind die Legenden voll davon, besonders die christlichen, heutzutage in Amerika ja wieder öfter nachgefragt, mit ihrem Glauben an die Faktizität des Wortes (welche freilich die Erlösungsmacht des "Kommunizierens" mit einschließt).
Schon Thomas von Aquin unterschied in seinen Thesen über die nichtintonierten Ebenen begrifflicher Kommunikation, seinen Quaestiones disputate de verbo, sauber zwischen gesprochenem und "innerem" Wort - und verglich den Vorgang der Intonierung zudem mit dem Prozess der Hervorbringung eines Kunstwerks. Im Sprechenden (Kommunizierenden, bzw. Kommuniaktiven) finde sich dreierlei Wort: ein erstes Konzept, das sich völlig lautlos ("sine voce") in dem hervorbildet, was Thomas die "Seele" nennt, dann das innere Wort, in dem bereits ein Vorausbild von Stimme und Formulierung ist (er verwendet dafür den Begriff des Imaginierens) und schließlich, und dann erst, das Laut werdende Wort. Auch wenn seine Überlegungen in erster Linie theologischer Natur waren, fand ich sie, als ich darauf stieß (vor Jahren in einem Artikel in Sinn und Form), erstaunlich nah an dem, was heutzutage zum Thema Bewusstsein und Sprache diskutiert wird, umso bemerkenswerter auch, als Thomas von Aquin sich seinerseits auf frühere Vordenker wie Augustinus bezieht (bis hin zu Äußerungen, die vorwegzunehmen scheinen, wonach z.B. Eco in seiner Suche nach der vollkommenen Sprache in Sachen "Urgrammatik" fragt: "Wir denken alles, was wir sagen, in jenem inneren Wort, das zu keines Volkes Sprache gehört".)
Worauf ich hinausfrage, ist einfach: ist der Hypertext nicht lediglich eine "Hervorbringung" im menschlichen Bewusstsein schon immer angelegter und praktizierter Prozesse ins Anseh- und Anklickbare? Muss ich als Textbenutzer heutzutage der nicht-tonalen Begriffsebenen und ihrer Deutungsaspekte tatsächlich in signifikant höherem Maße oder in substantiell anderer Weise innewerden als ein Leser vor 100 Jahren? Gewiss, da ist das Moment der Leser-Mitsprache im Cyberspace des Textes selbst. Aber inwieweit wird von solcher Mitsprache - oder Widerrede - das Gedachte, ja das Denken selbst, manipuliert? Ist das überhaupt möglich? Oder umgekehrt: bedarf es zur Manipulation - oder Einflussnahme von außen, respektive zur Beinflussbarkeit des Machers - eines Mediums, das Interaktionen, die ähnlich nicht-tonal z.B. einen Briefwechsel bestimmen, auf eine andere technische Basis stellt? Wird da nicht doch wieder eher am "verbum vocis", am zwar nicht gesprochenen, aber geschriebenen, also ausgedrückten Wort manipuliert als am nicht-tonalen "inneren"? Ich weiß es nicht. Ich wüßte es gern. Und was dann? Würde ich mich einem solchen manipulativen Medium oder einem, das der Manipulation meines Denkens Tür und Tor öffnet, aussetzen? Wäre ich so souverän? Oder würde ich mich dem, wenn ich könnte, entziehen, weil ich meine Grenzen kenne? Weil ich, wenn auch nichts vom Medium, so doch etwas über meine Beeinflussbarkeit weiß? Weil ich, ganz hybrider Macher, mir jede Manipulation an meinem Text, meinem verbum vocis, verbäte, auch wenn ich natürlich keinerlei Einfluss auf die Gedanken über und die Erinnerung an ihn, also: keinen Anteil an seinen Manifestationen in anderen Köpfen habe (so es denn solche gäbe)? Ich fürchte, ich bin so eine.

15.03.2004 13:00:51 


Der Text wurde autorisiert gelöscht am 30.01.2005 11:26:12.

14.03.2004 20:35:23 

dark rooms 4



darkn

14.03.2004 20:34:54 

Natrium


nachtfahrt ab
fackeln der stationen weiß nichts weiß bloßrisse rückkehrlose
lichter.

warm glänzt
am makadam die iris des tiers das aufbricht
seeisch

im streufeld:
der glaskörper aufwärts gerollt aus der bindung entstellt
uns

die umgebung
des auges unverwandt. aber das sickern. aber unsere
gruben.

12.03.2004 19:51:52 

   100 101 102 103 104   
counter