Gerald Koll

Geisterinsel

Lanzarote ist eine Geisterinsel, bewacht von César Manrique.


30. Januar 2019 17:13










Gerald Koll

Du kannst nicht tot sein

„Du bist tot!“ sagte ich. Das war falsch. Man kann nicht sagen, jemand sei tot. Denn der Tod befindet sich nicht innerhalb des Grenzbezirks des Seins. Tod ist keine Form des Seins. Er ist kein Seins-Zustand. Tod ist das Nicht-Sein. Dort endet Identität, so weit wir wissen. Nur ein Gimpel, der die Identität über die Grenze des Seins hinaus verlängert ins Nicht-Sein, könnte an der Behauptung „Du bist tot“ festhalten. Aber gerade ich, der „Du bist tot“ sagte, hatte wenig Interesse am kontinuierlichen Bestand des Identitätszustandes, allein in Hinblick auf Wiedergängertum, Rache und sonstige Heimsuchungen. Richtiger wäre es gewesen, zu sagen: “Das ist tot.” Hier geht’s nicht um Moral.

27. November 2018 14:06










Gerald Koll

Novembergrau

20. November 2018 23:39










Gerald Koll

WakuWaku! (3/3)


*
Lauft los, sucht mit !

Reisehund in Berlin (Berurin no Ryokô-Inu).
Bild und Text: GUP-py.

19. Oktober 2018 12:37










Gerald Koll

WakuWaku! (2/3)

*

Reisehund in Berlin (Berurin no Ryokô-Inu). Band 12 der Reihe “werke: kunst und poesie”.
Herausgegeben von Gerhard Reinert und Hedda Wilms. Berlin 2018.
Bild und Text: GUP-py. (Lektorat: G.K.)

18. Oktober 2018 12:28










Gerald Koll

WakuWaku! (1/3)

*

Reisehund in Berlin (Berurin no Ryokô-Inu). Band 12 der Reihe „werke: kunst und poesie“. Herausgegeben von Gerhard Reinert und Hedda Wilms. Berlin 2018.
Bild und Text: GUP-py. (Lektorat: G.K.)

17. Oktober 2018 11:15










Gerald Koll

hub 4.2 kann sein linkes Auge aufblasen

Als wir hub 4.2 entdeckten (Koordinaten-Segment 33.5°/5.3°),

waren wir uns hinsichtlich seiner Größe zunächst uneinig,

bis wir feststellten, dass seine Größe hochflexibel war.

Nachdem wir hub 4.2 dank Dr. Gerst sicherstellen konnten

(Außenbordeinsatz 12 der Mission Horizons, noch mal danke, Alex),

gaben wir uns größte Mühe, den Fund vor der Öffentlichkeit geheim zu halten.

Natürlich ist es eine brisante und hochexplosive Sensation,

zum ersten Mal der Menschheitsgeschichte extraterristrisches Leben

zu sichten und zu bergen. Wir nannten diese Lebensform daher hub 4.2.

Wir zögerten nicht, hub 4.2 einiger Experimente zu unterziehen.

Auch hier erwies sich seine staunenswerte Flexibilität: Kaum gelandet,

schrumpfte es auf die Größe eines terristrischen … Insekts.

Kaum auf einer vertikalen Landefläche (90°) platziert, änderte hub 4.2

seine Grundfarbe von Aschgrau

zu Farbton 10310 C (Referenz Pantone PLUS). Punktiert.

Kaum änderte es seine Position, lediglich bei disharmonischer Bildkomposition

justierte es seine Lage geringfügig nach. Aus ästhetischen Gründen.

Wir empfehlen hub 4.2 als Küchendekoration. Und ja, es kann auch sein linkes Auge aufblasen.

8. Juli 2018 16:42










Gerald Koll

17. Januar 2018 14:47










Gerald Koll

Dieser Kafka wieder …

… schrieb am Sonntag des 12. November 1911 im Alter von 28 Jahren in sein Tagebuch, nachdem er am Vorabend einem Vortrag des französischen Schriftstellers Jean Richepin

beigewohnt hatte:

„Ein großer starker Fünfziger mit Taille. Die steif umherwirbelnde Frisur (Daudets zum Beispiel) ist, ohne zerstört zu werden, ziemlich fest an den Schädel gedrückt. Wie bei allen alten Südländern, die eine dicke Nase und das zu ihr gehörige breite faltige Gesicht haben, aus deren Nasenlöchern ein starker Wind wie durch Pferdeschnauzen gehn kann und denen gegenüber man genau weiß, daß dies der nicht mehr zu überholende, aber noch lang andauernde Endzustand ihres Gesichtes ist, erinnerte mich auch sein Gesicht an das Gesicht einer alten Italienerin hinter einem allerdings sehr natürlich gewachsenen Bart.“

Das war der zweite Absatz. Der erste:

„Sonntag. Gestern Conference Richepin: ‚La légende de Napoléon‘ im Rudolfinum. Ziemlich leer. Wie zur Prüfung der Manieren des Vortragenden ist auf dem Weg vom Eingangstürchen zum Vortragstisch ein großes Klavier aufgestellt. Der Vortragende kommt herein, will, mit dem Blick ins Publikum, auf dem kürzesten Weg zu seinem Tisch, kommt daher dem Piano zu nahe, staunt, tritt zurück und umgeht es sanft, ohne mehr ins Publikum zu schauen. In der Begeisterung des Abschlusses seiner Rede und im großen Beifall hat er das Piano natürlich längst vergessen, da es sich während des Vortrags nicht bemerkbar gemacht hat, er will möglichst spät, die Hände auf der Brust, dem Publikum den Rücken kehren, macht daher einige elegante Schritte seitwärts, stößt natürlich ein wenig an das Piano und muß auf den Fußspitzen den Rücken ein wenig durchbiegen, ehe er wieder in freies Terrain kommt. So hat es wenigstens Richepin gemacht.“

Einziger Tagebucheintrag vom 13. November: „Und dieser Mann ist, wie ich heute erfahren habe, zweiundsechzig Jahre alt.“

24. Oktober 2017 09:08










Gerald Koll

Don Quixote, aufgenommen mit Phantom-3-Drohne des chinesischen Herstellers MeLi

14. Oktober 2017 00:08










 1 2 3 4 5 ... 30 31