Konstantin Ames

Das Eichhörnchen rennt zu den Mülltonnen

Wir. Ein Kind, ein großes Kind, ganz leise, friedlich, beinah passiv.
Wir sind. Das Eichhörnchen rennt. Kein einziger Flüchtigkeitsfehler.
Zwei. Zu den Mülltonnen; unds dort gestern entsorgt in Massen.

Nichts, das die Welt macht zur Stiefwelt. Die Straßen sind zu leer,
d.h. lesen auf verbogenen Plastikspielzeugen, Redewendungen, maßen
der Laubbläser dahinrafft ein paar aberwitzige Reste Zeitkitsch aufm Dütti.

6. Oktober 2017 11:37










Konstantin Ames

Pfalz (weltweit)

Mit einem Opa aus der Pfalz machst du keine Sprünge.
140 erigierte Lettern immer und immer wieder.
Schicht auf Schicht aus kleinen Raketen.

«Droppin’ fuckin’ loads all over …» Corean faces. Den Hass
gibt’s nur, weil’s Hassenswertes gibt. Den Haag
Ihn. Die Trump. Kaum noch Zeit fürs Enjambement. Ach.

Das war Kaindeutsch für Businessastronauten.
Jeder Traum kann das übersetzen. Nutzt Lyrikbände.
Zum Beispiel. Mario Santiago krakelte Pounds Cantos voll.

Mit einem Opa aus der Pfalz hast du Schlingen unter der Alsohaut.
Deine Doppelhelix hängt sich jeden Tag selbst auf beim Denken.
Trump ist eine Einheit zur Messung des Snafu-Grads des
Danterückbaus, hörte ich neulich im Goethe-Döner.

Das ist das Ende der Pfalz. Wenn schon, dann hoffentlich
vor der nächsten Stockholmer Fehlentscheidung oder vor
derjenigen in einer anderen westhässlichen Darmstadt.

2. Oktober 2017 15:50










Konstantin Ames

Im Emoticonmuseum in der Troneck-Allee hatte Conni neulich eine sangbare Meinung

Ich möchte nichts von Leuten lesen, die nicht lächeln können und die nichts und niemand überlegen sind, aber so tun als ob. Das sind doch Minusgesichter!
Ich habe darüber nachgedacht, warum mich schmallippige Jungs mehr anekeln als schmallippige Mädchen. Das Ergebnis würde meinen Eltern sicher nicht gefallen.
War neulich mit Opa im Stadion. Bananen schmeißen und Urwaldlaute abfeuern. Ich habe mich nie schwarz-weißer gefühlt.
Stolz ist eine schöne Sache. Stolz macht auch schön. Ich sollte womöglich auch die anderen Lippen endlich einmal schminken.
Oma fragte mich einmal, warum ich eigentlich keine Punkerin bin. Oma ist jetzt im Heim. In ihrem Leben hat sie sich keiner einzigen Frage gestellt, denke ich.
Ich denke, ich bin so schlank, weil ich so schnell denken kann. Der Trick ist ganz einfach: Es denkt immer wer vor mir her. Ich habe gelernt, das zuzulassen. Eines ist immer schneller als anderes. Das Tier heißt Zitier. Es gibt keinen Vegetarismus der Seele.
Mein Geschwister liebt Modellbau. Der Tiger sei ihm wirklich gut gelungen, sagt Opa (Poesie ist so ähnlich wie Lyrik, aber viel zu kompliziert für unsere Deutschleerer), der es wissen muss. Auch er trägt so lustige Dackelkrawatten wie der Onkel im Fernsehen. Der aber viel zu jung sei, sagt Opa, um Dinge zu wissen. Alte Menschen sind albern. Ich frage mich, was geschähe, – Mutti fragt sich das übrigens auch – wenn dem Fernsehonkel vor laufenden Kameras die Dackel plötzlich aus dem Gebinde entflöhen. Würde er dann bescheiden oder weise?
Wir brauchen Literatursportgruppen, ganz in echt jetzt! Nie verstanden, warum sich Leute noch immer Krawatten umbinden und sitzend lesen. Es muss doch raus, nein?
Traue keinem Dichter, sagt Papa, den nicht wenigstens zwei Bewunderer anhimmeln; Niederlassungen zu seinen Füßen. Für ihren neuen Mann gebraucht Mutti gern das Wort «soigniert». Können auch Worte erdrosselt werden? Ich bete darum zu meinem im Schrank versteckten Frosch. Verwest recht rasch.
Ich habe gestern Kinderbücher verbrannt. Seitdem schreibe ich mehr als jede schmallippige Showmasterin. Ich mag schmallippige Showmasterinnen. Ich bewundere sie. Obwohl das schon zu weit geht. Ich hasse schmallippige Showmasterinnen. Noch ihr Haar ist schüchterner als sämtliche Brokerinnen Ochtrups zusammen.
Papa möchte, dass ich ihn George nenne. Seine Vorfahren seien als Flüchtlinge aus Frankreich gekommen. Mutti wird immer dicker. Ich nenne ihn Schorsch. Schorsch bräuchte einen Privatsekretär. Aber das weiß nur ich. In seiner Jugend liebte er das Spiel Worms.
Ich hasse mich dafür, nirgend anders als hier leben zu wollen und immer am Platz zu sein. Meine Klugheit lässt mich schneller altern. Innen bin ich schon 16 Jahrzehnte alt. Ich bin so vielseitig begabt, dass ich nichts richtig vermag. Ich sollte nicht sein, sagt der Spiegel. Nach einer Stunde Wischen in Zeitungen verfliegt das Gefühl zuverlässig.
Jeden Tag. Ich. Höchststrafe. — Meine Stimme jeglicher Partei, die so würbe.

22. September 2017 12:09










Konstantin Ames

Du kennst die Schokolade, sie heißt Collage

Den Klimax in allen Ehren enteignend und den personallosen Geschichten von A.H. Drescher freundlich zugewandt

Die Wende der Rede hast du hastig erlebt. Die Abschaffung von Gallensteinen.
So wie so. Minne? Eher in Pinneberg als im Samteinband. Musik!
Ein Hoch auf übermalte Gedichte und arg gebeutelte Sympathieblasen.

Der dt. Herbst endet immer beim Kilometerstein 21. Verstehe das.
Wem Poesie kein Zeitvertreib ist: Kein Baum ohne Lettern. Das steht alles so …

Die Jungs jeglichen Geschlechts sind so zart und innen ganz schweinchenfarben.
An die edelsten Anfänge des Erbringens von Bauernopfern werden die guten
Wasserkriege erinnern. Frischesten Wassers gewiss und nochmal. Deshalb
ist’s eine Sache von Wenigen, nicht des aufpoppenden Kalbs, sagt der Plebs.

Das Y von Jetzt ist ein Baum ohne Blätter … schon im Musil. So nah die Meldungen.

14. September 2017 10:34










Konstantin Ames

’nd

Diskurse’nd Oberhände
Oberhände’nd Facebook
Facebook’nd Weltreste

Diskursoberhände’nd Weltfacebookreste
’nd Graphorrhö

für Michael Gratz

7. September 2017 06:25










Konstantin Ames

Die letzte perfekte Ansprache eines Amerikaners

Sie datiert auf den ~ 23. August 1927 ~, sie bestand aus wenigen Worten.
Aus den Buchstaben dieser Worte ist dieser Text gemacht, nicht aus großen
Worten. Aus Worten von Besiegten.

Rache – spricht der Bourgeois – ist eine feine Sache. Er zerdrückt die zarten
Klatschmohnköpfchen mit elektrifizierten Fingern. Das Ganze auf 35 mm, alles frisch
erfunden, alles frisch. Aber keine Kamera kann die Worte sichtbar machen.

Nicht ihre Gestalt. Nicht ihren Geist. Ihre geniale Schlichtheit. Etwas, das etwas
in Haarspitzen treibt. Ein Kribbeln in den Fingern. Knälle in den Ohren. I am not a better
babbler than he is
Perversling Alpha hat den Transport reiner Reime

durch Drähte erfunden. Der erste Snuff for tolerance, for justice, for men’s understanding
of man
stammt von brainfucked Edison. Nobel! Nobeltaten seinem Andenken!
Das Lied für Nicola und Bart? Zu sehr Rimjob im Chor. Packt eure Zungen ein. Es

wird nicht mehr gesungen. Sagt wer? Anarchistische Folklore und bürgerliches
Samisdat ergeben einen Quietismus der Tat. Am Punkt angelangt, wo du nichts mehr
hören willst, weil du niemand gehören willst wish to forgive some people

und du all das in deinem Leben siehst, was man ‘Mangel an Solidarität’ nennt
from our childhood to today dann geh in die Wüste Denn. In der Wüste Denn
I might have die, unkown, unmarked, a failure in der Wüste Denn nur gibt es eine Oase.

Dort sind alle Seen schwarz wie in meiner Schildhut. Zum Tag kommt’s nie. Permanent
ist Morgenrot. «Euch habe ich auf die Finger gesehen, da vergeht mir die Lust zum
Kartenspiel», schlug sie tot und warf sie hinaus ins Wasser. Ins trockene Wasser. Sacco

has never dreamt to steal, to assassinate. Wie wohl dieses Spiel geworden wäre?
Farewell. Orwell sah die Brigade Vanzetti noch in Aktion. Hast du schon eine Stadt
befreit, «da kamen aus allen Ecken und Enden schwarze Katzen und schwarze Hunde

an glühenden Ketten, daß [weiß]er [Mann] sich nicht mehr bergen konnte», die
heulten wie Kaffeemühlenstukas aus den 1960ern Made in W-Germany nur eben
dreißig Jahre eher. Literaturfromm möchte ich sterben als lover of work.

Es lebe die große Unbekannte ~ und ihr Anarch ~ Sacco too is a worker. Vermag
die Fruchtbringende Gesellschaft etwas gegen einen Fischverkäufer, einen Schuster?

~ Keine Götzen, kein Gehorsam. Die Anbeter haben die Hosen voll. ~

5. September 2017 07:52










Konstantin Ames

Verteidigung von Zuß gegen Ames

Näschen rümpfen geht am besten in Strümpfen.
Oder eben Samisdat.

Ach, wär nur nicht das Samstagsdate
im Zwanglos III. Kannst doch auch?
Oder Hegeldienst im Zotenclub?

«Und ich scheiß auf Eure Dichterfeste!» (Handke)

Nach Poezystektomie sollte man verzichten auf
stark blühende Zwiebelmittel wie z.B. Leben
und Bewunderer und Sandförmchen überhaupt

3. September 2017 09:11










Konstantin Ames

Packt alle ein

Das Maggieis, das Maggieis ist erfunden.
Die Saar war schon immer maggifarben.
Das Eis äß nur flussaufwärts mit Schürze

ich. Schiller schrieb niemals über die Saar
(Bleutge ooch nich) oder das Maggieis
und die aus ihr aufsteigenden Fürze.

Mit Maggiallergie wirst du geschunden
vom Maggigeschmack; und Narben
übersäen deine plattfüßige Zunge.

Das Land kann man streichen; das Haar
des maggifarbenen Flusses muss man (u. sei’s
würzehalber) streicheln, Junge, bis zum Stuss.

für Sean Bonney

23. August 2017 09:34










Konstantin Ames

Spilze (Glück)

Über unserer Usance
das Tüpfelchen bin ich
oder zumindest Musik – – –

Wie heißt er ’n?
Ist er heiß, -er?
Bitte mehr Live!

Gerade von Ihnen.
Da poppt was, da
ohne Foto sehen

wir nichts, hisst
his master’s vo-
ice. [Nur] Nuance.

22. August 2017 19:38










Konstantin Ames

Kartoffelblut (das’ kein Volkslied)

In der Zahnbürste das Haar. Muss deins sein.
Der letzte Faschist wird nie geboren, Schwein.
Raubtiere sind nützlich. Gemalte Butzenscheibm
sind moralisch in Reimm. Sind so schön wie ein
vollentwickeltes Exemplar. Wer will
diese ganze Zucht? Einige werden als Haie geboren. Haie
kommen in die Suppe, Suppengesser. Es gibt keine
Krone der Schöpfung. Selbst Faschos sind da weiter
nicht so booksy wie du, kleine neojesuitische Kuhküsserin.

“No matter how kind you are, german children are kinder.” (Zé do Rock)

Jesus war nicht loyal, kein Spanier und aß koscher.
Komm drauf klar, Mimose, sonst wärst du nie geboren.

Früher hieß es: Angst essen Seele auf. Heute essen Kartoffeln
Türken. Wer von Geheiltheit spricht, ist der nationalste Sozialist.

Bist du ganz Ohr oder hast du auch Augen?
In Augen steckt man nix, um Blut zu sehen.
Zauberwörter gibt es nicht, gibt Trigger. Lyrik
oder Demokratie. Ihr seid bloß musisch, das ist zu wenig.

Gott segne die gereinigten Brüsseler Spitzen der Peppen von Stoff.

Küsschen an die von der Sprachfraktion

29. Juli 2017 14:13










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