Carsten Zimmermann
wir stehen wir stehen wir stehen morgens auf und wissen was los ist. wir werden wir werden wach wir heben die bettdecke wir heben die bettdecke an und wissen was los ist. wir werden wach wir strecken wir stecken uns und heben die bettdecke wir heben die bettdecke an und wissen was los ist. wir heben die bettdecke an und schwingen wir schwingen uns aus dem bett wir schwingen wir heben die bettdecke an und wissen was los ist. wir wissen was los ist. wir schwingen wir heben wir heben uns aus dem bett wir heben die bettdecke an und wissen was los ist. wir gehen wir schlurfen wir gehen ins bad wir gehen ins bad und wissen was los ist. wir wissen wir wissen wir wissen es einfach. wir wissen was los ist. wir gehen ins bad wir heben die bettdecke an wir schwingen wir werden wach wir strecken wir schwingen uns aus dem bett und wissen was los ist. wir wissen was los ist
4. Mai 2009 11:07
Hans Thill

Liest Hinweisschilder als Befehle. Staedte waeren Brunnen, Doerfer haetten einen heiligen Schaedel. Entfernungen sind Kombinationen eines Geheimdienstalphabets
Er hat eine Ahnung. Er beruehrt keinen Pilz, keine Schraube, keinen Strassennagel
Legende der heiligen Eugenia. Der Basilisk und die Heuschrecke. Das Begräbnis des hl. Paulus
Er sieht die Baeume welken, die Steine zerbrochen unter den Flechten, er weiss nicht, was das fuer ein Zeichen ist und ob er es befolgen soll. Er sieht in der Kirche einen dicken Mann singen, neben ihm eine maechtige Frau im schwarzen Haengekleid, die ploetzlich ebenfalls zu singen beginnt
Er sieht ein, das Wissen hat die Voelker traege gemacht. Es hat ihnen die Hosen gekuerzt, die Schenkel wurden fetter. Er sieht die Wissenden den Berg hochrennen mit wippenden Rucksaecken. Er vergisst in einer ungeheuren Anstrengung alles, was ihm eingepraegt wurde und wischt sich mit einer herrischen Geste die Nase aus dem Gesicht
2. Mai 2009 12:00
Marjana Gaponenko
Man sieht dich, es bebt dein Leib auf der Brücke.
Man sagt: da ist sie, und schon stürzt du herab.
Ob als Träne du fielst, ob als Schatten,
ob du wirklich warst? Oh, du tanzt,
tanzt langsam im Wasser, Mädchen.
Silbe um Silbe wächst dein Tanz.
Er mundet dem Himmel.
Er mundet den Sternen.
Sie schneien und schneien
auf den Platz, wo du standst.
Dein klirrender Leib, war er weiß,
war er klar, war er da? Oh, Anna,
es wurde gerufen
ins Auge des Wassers hinein:
Schicke uns einen Traum!
Und du kamst übers Wasser
als Hauch.
1. Mai 2009 23:37