Thorsten Krämer
Code connu
XII.
deine Anlauf nehmende Stimme
deine nicht als Frage formulierte Gegenwart
31. Dezember 2010 19:10
XII.
deine Anlauf nehmende Stimme
deine nicht als Frage formulierte Gegenwart
31. Dezember 2010 19:10XI.
deine Romane stiftenden Augenbrauen
die Rezeptur einer spontanen Standfestigkeit
vor dem als Fenster erscheinenden Schlupfloch
dein Schlüsselbein, ein beweglicher Anker
die Schüchternheit eines Igel-Imitators
29. Dezember 2010 13:56Innenbahn
Könnte eine Erinnerung sein,
das Abteil, die Innenseite von etwas
aus Schnee, Schnee. Woraus ist dieser
Vorhang: Landschaft mit Himmel um
die Stirn? Ich möchte fragen, da
neigt er den Kopf, dass ich spüre
die blaue Schläfe der Mütze,
die ich nicht tragen kann.
Das elfte Zeitalter findet schließlich zu sich selbst als Zahl. Um dem Feuer vollkommene Quadrate abzustecken. Rechtwinklig. Nach der Dreivierfünf-Regel. In Knoten. In Knoten ohne Knotenmeister. Es sei den Agni selbst gibt sich als Knotenmeister her. Geometrie als Nebenwirkung. Worauf? Auf allen Beipackzetteln der Neurose? Zwang und Zwang. Wer ist da sicher? Vor dem Zusammenbruch der Universen, wenn das Feuer im falschen Viereck aufscheint. Im Viereck aus Hibiskuslinden.
28. Dezember 2010 10:41DAS NÄCHSTE DORF roch nach Nelkengestrüpp. Blut in der Pfanne! stand auf einem Wirtshausschild. Eine alte Frau öffnete eine Luke im Fachwerk und rief: Verräter. Wir sprangen über Geländer, ließen die Kinder bei der Garderobe zurück.
28. Dezember 2010 10:37Aus halbwässriger Weser möglichen
Lungenbehältnissen steigen
Lindenrinden ans bespannte ans
bleibesetzte Land bleibt
einer ihrer Arme in ereignislosen
Ringen liegen steigt einer versehentlichen
Milchspur gleich verschüttete
Nehrung der Normannen unter Null
X.
eine Panik wie Rauchzeichen am Horizont
der Wechsel in eine härtere Währung
das Summen des Makrokosmos
deine die Lücke schließende Antwort
umsonst ein jahrelanges Manöver
die eingeschmuggelte Vitaminkur
deine den Äther durchdringende Temperatur
ein Schritt, der sich selbst erinnert
27. Dezember 2010 17:524
Weiße Fliegen, kalt,
dem Geschmack nach
altes Wasser, Schnee!
schrie am Fenster
der Zweibeiner, Schnee!
– und da fror sie.
Die Wand lesend,
das Gepilz, glitt sie
zu der Nische,
da lebte etwas,
das fraß sie, damit
nichts mehr begann.
*
Allen Fischen und allen Fischern schöne Festtage!
23. Dezember 2010 11:34Das zehnte Zeitalter gibt sich bereits unzweifelhaft und tot. Eröffnet nur mit dem Hibiskus einen Blumenladen. Der ist ihm Morgenstern und Abendstern der Portokasse. Vorm Friedhof macht sich das ganz gut. Das Wechselgeld wird ganz in Grabgestecken ausbezahlt. Hellhörigkeit. Ob nicht so gegen Ende doch noch etwas klopft. Ein Feuerwerk aus Linden-Rinden. „Ach, komm! Wer weiß das alles noch und schon!“ Als komme es auf Wissen an, hier, vor der Friedhofsgärtnerei.
21. Dezember 2010 10:28DAS NÄCHSTE DORF lag in den Zeilen von Rüben, Kohl und Besen. Die Bewohner trugen Augenklappen mal rechts mal links. In der Mitte stand eine Pyramide. Hier fand früher das Blutgericht statt, unter Buchen, sagte ein Gemeindediener. Wir dachten an Alexander, der dem Kläger nur ein Ohr lieh (Plutarch). Mit tastenden Schritten gingen Knaben über den Kiesweg. Frauen wischten Farbe von den Steinen, die an der Kirchenwand hingen.
21. Dezember 2010 10:00
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