Markus Stegmann
augen in händen herzen in steinen die sie greifen konnten die kleineren kleinsten rücklings entbehrten brote als kastenwagen dazwischen rannten sie rasch und alle anderen schwanden am ende der autobahnen wie sie dort einbogen und wieder umrundeten den platz wo sie austraten schnellten abgedunkelte dem plötzlich gereinigten sprechen entgegen und warm wärmer erfüllte lungen drängten immer häufiger als atem die folge des tages war
27. Januar 2011 00:03
Markus Stegmann
mit um herum gewickeltem haar
zwei kilometer heran einen
wagen brote schob magern arme
die knie und warfen
um herum gewickeltes haar
als bandagierten leib als
nichts mehr hinaussah
kamen sie an
24. Januar 2011 23:54
Markus Stegmann
Mit aufgefächerten Flügeln drehende Wolken sich wahrscheinlicher als denken im Schnee
Nominal „Haar“ buchstabiert das Gesicht, und jeder Schein leuchtet als schweifender
Schleifen, die gleichen Sibirien, geht Märzlicht entgegnete Augen, aber flackernder
Hängen Kannen als Nebelöfen auswandern Matten manövrieren mit Waffeltaschen
Noch eines, das bröckelt, bittet, bevor weder befolgtes Licht golden abblättert noch
Zu „Ohne Titel“, 2008, Öl/Leinwand, 220 x 200 cm, von Klodin Erb
5. Januar 2011 21:59
Markus Stegmann
Aus halbwässriger Weser möglichen
Lungenbehältnissen steigen
Lindenrinden ans bespannte ans
bleibesetzte Land bleibt
einer ihrer Arme in ereignislosen
Ringen liegen steigt einer versehentlichen
Milchspur gleich verschüttete
Nehrung der Normannen unter Null
28. Dezember 2010 01:00
Markus Stegmann
ohne dass zu fest verferste lieder an augenränder
schlagen fällt magerer mäusekot knappes resultat als
ginge ganz hirschberg beim leimholen mit cranach
getünchte helden wessen hermannstadt hörten
parteilose knöchel der handlosen erde der erdenklichen
hirschherde elfenbein meine meterlangen hörschnüre
nur solange deine lippen noch schlagen mäandernde
moldau beim namen „nerventapete“ gewisperte
hülsen lautlos wie vergessene venen
12. Dezember 2010 00:47
Markus Stegmann
Helfer drehen Notstrom-Trompeten am auflösenden Tag, knittern Mangelnde nasse Umschläge mit laufendem Atem.
Not. Aufs Bugsierrad schreib ich „Für die Helfer bei gelöster Nacht“. Magern ausser Augen auch Luft, Lunge und Papier.
Nur. Die Auflöser vom Vortag, als sie Helfer am Radkasten bewachten, aber ohne Stimme nicht Worte sagen oder plastizieren, alles nicht.
Nicht als Wald verkleidet, aber im hintenrum ausgeleuchteten Milimetermoos, als sie „Sein“ sagen, betreiben einen elektrischen Mund.
22. November 2010 01:06
Markus Stegmann
Gefaltete Arme und Beine aus dünnen Pinselstrichen liegen im Raum, auf die das Tageslicht der Vergangenheit fällt. Eines der Augenpaare ist dir verwandt. Nimm von der Farbe als Proviant für den Tag.
30. August 2010 23:39
Markus Stegmann
Zwei der Angeschuldigten breiten ein farbiges Handtuch aus und legen sich darauf. „Unser Teppich in die Heimat,“ meinen sie, als am Horizont die Vorhut der Planeten erscheint. Sie durchquert den Himmel und hindert niemanden daran, auf sie zu zielen.
12. August 2010 11:53
Markus Stegmann
Klopft ans Weltall und geht barfuss weiter, steht in Bleistift am Rand meiner Zeitung, als ein Heiler vorbeikommt und fragt, ob ich krank sei. Wir werfen ein grosses Leintuch über die Szene und setzen es in Brand. Viel mehr als ein rohes, ungeschütztes Holzlager wird dabei nicht herauskommen, aber der Moment ist günstig, um nichts zu wissen. Klopft ans Weltall, ruft ANDREAS und sucht den Knall im Labor, damit bezeichnen andere Helfer den Zustand der Forschung, entriegeln den Stall und lassen die Hühner laufen. Wenn wir Gesichter aus Roboterhaut hätten, könnten wir die Helfer besser erkennen. So aber rütteln wir sinnlos am Gebüsch, weil wir der irrigen Meinung sind, dort, gerade dort die fehlende Farbe fürs Weltall zu finden.
4. Juli 2010 23:17
Markus Stegmann
„Nur das Gelenk noch, den Schädel gipsen, Schlacht bestellen, die Erde, Andromeda: falscher, flacher Blick schlang deine betrübte, deine angefassten Arme um meinen, meinen gelandeten Kapitän, Kapitän.“
„Meinst du, das geht wirklich?“
Behilft sich, aber schläft schlecht.
„Welche Bringer sind es, die klopfen?“
„Martha, mein Helfer ist die letzte Nacht als Nomade gelangt in den Zwischenraum der Erlen.“
„Wir zelten, Leander, aber die Zone bleibt frei.“
Wer will widersprechen. Los, meine Liebe, die Patienten kommen.
10. März 2010 23:59