Markus Stegmann
Komm mit mir in den Mund der Mandarinen der
Mörsergranaten Kalaschnikows meine neonblinden Augen
verfangen sich im oszillierenden Licht deiner Pupillen ich
lasse sie wie Schafe darin grasen schlittern überlebte
Worte heut Abend überleben spielend ohne mich
9. Januar 2015 00:22
Markus Stegmann
Im Bleikristall der Nacht stranden
deine Lippen legt sich die kalte Hand
Helium im Herzen der klaren Luft
um erblindete Kirschen am
versehentlich berührten Knie
24. Dezember 2014 12:16
Markus Stegmann
Deine busblauen Blumen im
Blattlichtgewitter der Teile
kleb ich fuchsrote Farne
zu Fragmenten frier sie
mit Fingern zwischen Buchstaben
im Grün der Büsche ein die
birkenblattlose Sammlung der
Hoffnung auf vergiss mein
mageres Schauen nicht am klanglich
sag einfach gesammelte Blicke vielleicht
verdecke lieber noch verstecke
mich in deinen Bildern
blanken Balladen träum ich
oder wandre im Wald
busblauer Blumen
Für R.F.
24. November 2014 23:17
Markus Stegmann
Im Nabelgebiet der Nacht
lösen Wangen das Haar
mäandern Mirabellen
deiner Mundschnur längs
11. November 2014 23:04
Markus Stegmann
„Zusehn“ zitiert &
ins Gelände gedrückte
paradoxe Pastille
auf „Zunge“ gestellter Abzug
ins überhelle Licht
lehn ich moosmatt zurück
ununterscheidbar zwischen
leicht & Lordose
zwischen überblendeten Birken
& erstarrtem Paddelschlag
der Schläfe
schlag auf du Schlaf
deine Augen
Råvarps Fiskevårdsområde
4. August 2014 22:51
Markus Stegmann
Zwischen Gittern, Klavieren, über Fisch frühmorgens aufgefrischte Lage steht plötzlich eine permeable Partitur im Zwischenraum, sucht deine glockenhelle Stimme, die später mit mir kam, oder war da was wie performative Perforation, aber was wäre das überhaupt? zwischen uns im Gleisdreieck, schickt erste Ohren dem Kragen der Nacht, oder seid ihr Pfoten aus Tabak, Laub mit Lordose gefüllter Bunker, im Gezettel, Garnitur, welche Garnelen sollen das bitte lesen? wer faltet sich eine Lupe draus? ich setze dem Löffel lieber Linsen vors Maul, fuhrwerke mit dem Gezappel im Sessel, verwische, verwintere den Kunstschulenkatarrh mittels Audio, währenddessen verweilt die Welt in euren Stimmen, im Gelände, Waldsaum, ländlicherseits ins Gehege gefragtes Gesagtes, anders rum ging’s leichter, als Kopf und Kragen mit zittrigen Zügeln ums „Lotte“ genannte Laminat zu manövrieren.
für S&N
19. Juni 2014 23:14
Markus Stegmann
weniger als
war
wieviele
waren weniger
dran
oder
drin waren
wieviele als
wenig weniger
wurde im
weniger
waren
wären sie
fast nicht
mehr
wieviel von
wenig wäre
weniger als
nichts
für rebecca f.
7. Juni 2014 20:59
Markus Stegmann
Tiere von Telefonen zu Wanzen verlangsamen sie ändern im silbrigen Verteiler hängen zwischen Schaben und Zwängen zu Reihen Rothirsch mit Lehm Bagatellen inthronisierte flache Lamellen bugsiert Tran Tabletten meterlang beteuerte Treue abendlich verhält sich zerbricht auf Sicht deiner Augen im veralgten Teer Tang vertigerte Tage was fehlt uns die allerleichtesten Opfer sind zu Tal taumelnde Zungen auf schwerelos
namentlich erwähnter
Pappe
wuchs ohne
pastose Verlängerung
fuhr verblichen
was das für Leute sind
was ist das
was
29. Mai 2014 21:19
Markus Stegmann
Zutraulich fast
rentierhaft zahme Rüebli
baumeln am Baum
erhoben sich aus
unsichtbarem Raum
wuchtigen
Erinnerungsbeeten
fortschreitender Kindheit
als sich etwas
unbemerkt verschob
hängen am kugeligen
Baum treibt ein Traum
zwischen Verbot und
Vertreibung aus dem
Paradies wo ich sowieso
nie war geschweige
denn aber vielleicht
ja du
Zu Ramon Schnyders noch nicht existierendem, aber um so sichtbarerem „Rüeblibaum“
15. Mai 2014 22:14
Markus Stegmann
Weiter nördlich, knapp temperierte Klingen im Sog der Zungen gerissene Fäden, ins Brot gewickelte Lappen, packen aufgewirbelte Teppichböden Münder ins graue Watt, statt transportierte Fresken heut Vormittag, erwähnte Fra Angelico, karminroter Osten weiter nördlich von hier aus, längsseits gestapelte Reifen, dehnbare Finger am Abzug, am, komm kleine Mütze, Lakritze, du blasser Mond, blankes Sterbensgesicht, im weisst du noch, nächtlichem Gaslicht, Terpentin, sogar „gefangen“ funktionierte nicht. Plötzlich fährst frei du, reifen wir dich vormittags, damit sie mittags nicht
8. Mai 2014 21:45