Markus Stegmann

Faden

Bühne das Bad im
Freien gläsernes Licht
Wasser flieht aus der
Zeit der Blick rutscht
im Dunkel schwärzer das
Grün des unantastbaren
Gartens Traumgewächse
Irrlicht Faden deines Halses
Asche Arme Körperlose
zwischen den
blendenden Konturen
verfliessen sie
im silbrigen Licht

Zu Cornelis van Haarlem: Bathseba im Bade, 1594

26. April 2014 20:23










Markus Stegmann

Der Süden II: weiter östlich, südnördlich vielmehr

Vollkommen allein, vollkommen, Planken, Partitur, die weder Floss noch die gelenkigsten unter den Toten waren, im Anschlag vielleicht, ohne südlicher, sagst du, weiss nicht, südnördlich womöglich, eher sie, als wir, lokale Parteiflagge flammt gerade der erschrockenen Gesichter länglicheres Leben, wieviele seid ihr? Sammeln sich im Windschatten, so monoton, fürchte ich, steht das irgendwo halbschriftlich, bleib, beunruhige, im Liter der Kanne. Wessen? fragst du, wessen gute Schlucht bewegt mein Kapitel vor dem Mond, Mund, merklich wanderten wir östlicher, nein, eher südnördlicher ging das, wessen Richtung, fragst du, die zwischengelagerten Toten, die wieder beginnen zu zweit, zu dritt zu singen: sonderliche Attrappen. Papa, da sind Männer mit. Mit was, mein Sohn, sag rasch, sehe nichts. Die haben… , was, sag schnell. Höre was wie Werfer, Munitionen. Kann nichts hören weder Herde noch Hand, sag, was sagst du mir? Schmetterte Pfeiler, Pilaster, Papiere: an der Südgrenze tausend Soldat, tausend Raket, tausend, mein Kind, was siehts du, was?

24. April 2014 21:09










Markus Stegmann

Rückfront

Ungünstig gebückt
füllt kauernd er
Sprit mit
daneben hockendem
Kind Kunststoffschlauch
vor der Bühne
Rückfront
aus Altwagen Sonne
überblendet den Rost
die verblichenen Bleche
vertrocknete
Wiese als Halbkugel hält
mir immerhin die Reifenprofile
auf Abstand

Zu Jeff Wall: Siphoning fuel, 2008

16. April 2014 21:34










Markus Stegmann

een herodes herd

Mit überlieferter Axt Stufen
aus Pferd in die Dünen schlug der
Wind rückte niederländische
Schifffahrt mit Ross und gedanklich
geschlagener Barkasse Banane
indonesische Sicht im indisch
irgendwie gedächtnislos
Herodes‘ Herd dachte ich klanglich
Klavier mittels Stimme veränderlicher
Silhouette unterhalb der Dünen
im Halbdunkelgrau eines müden Mittags
am verstimmt verstimmten
Klavier lehnte sie so sagte
sie mir wäre wenn nicht
immer schon so
als sei es
von vornherein
so gewesen

Good bye Hoek van Holland

8. April 2014 21:52










Markus Stegmann

falsch verstanden

frühling also dann
erinnre dich daran
verfing ich mich
im verwirrte sich wo
die hundefähre verformte
jahre zog färbte bunt sie
deinen mund im rampenlicht
finsterlich schwand ein
wenig licht pastose lordose
längsseits lippen partitur
der klippen morgendliche
scheu verschliffen treu
wohl falsch verstanden
zu den ranken legte
den verband und
verschwand

für m.w.

25. März 2014 23:14










Markus Stegmann

frühling

frühling dein
drohender gang dein
langsamer mann dein
krimparlament im tang
langsamer als schritte
dromedar drunter
locker geführte fäden
über den schnee
nein
eher dem
mond verfütterte schweine
als wir portugal erreichten
sahen den himmel
dein gefaltetes
tuch das
reine wolken
war

für j.k.

20. März 2014 23:59










Markus Stegmann

den verwendern wen, den

verwendern den
verlebten angeschirrten
akademisch schmierschichtigen
gesichtern verängstlichten
gelehnten fädiger lehm
sag ich die birgit zum beispiel
lebt sagst du die singt im
im irrlauf zu mehrheitlich
flächig wer rätselt das oder fängt nix
gar nix als oh ist pur das gelenk
so
mich im
lebergelenk quatscht im leberlichen
im was? spagat salbst du die lampe
wirrst weiter
mandl meer mal matrix
meine lordose oder deine
lahmt pedale wirsing wie
wir wo in simsen
heimlich sang wer sinkt
wie lebt das mit uns
ins windel wankel
wo’s wo ist
wohin ins
sag du

für birgit birgit

27. Februar 2014 22:36










Markus Stegmann

Oslo, also wie soll das so für sich

Soll das wieso im selben Gedicht
trennen wir
am schwarzen Gurt
Malinda im bleib
du wenigstens trennst du die
Tabletten macht
es
mir nur mehligere
Sicht ins zwischen uns
gelockerte Land was
wenn das so ist
wie es spricht
warum ist es
ist
tot und
anders gewindelte Schnur
dem leb mal nach aus
nass im Schnitt
ungeregneter Vergangenheit
schob sie minderes Laminat
im Wohnen wie wir halten
die Gegend länglicher
am Mund verlagerte seitlich
verrutschte aber immerhin
irgendwie
gemeinsame Lippen

25. Januar 2014 00:38










Markus Stegmann

Schwarm

Schwarm legt sich der lichtere
Lärm lockert famose
Linien zieht in leichter Spur
Bleistiftgebirge deine geöffneten
deine verhaltenen
Augen anders als plane
Lordose Packschnur
geschüttete solide aufmontierte
Libellen zum Beispiel
weisst du was wir hören
auf damit ich kann nicht mehr
weiss nicht wie aber
Lichtjahre später
vielleicht lebst du wer weiss weder dir
noch mir egal die
filtern uns raus glaub ich
die kennen das und wir
sind wie immer
entsichert stumm
wann
wollen wir das aufsagen
das aufsagen?

23. Januar 2014 23:05










Markus Stegmann

Dachs drappierte Dackel

Dachs gewohnte
Degenlose wohnen
links am was ich dachte
in der Nacht warum Dachse in
verschonter Glut am Baum
dachte warum nicht
drei gelockerte Fragmente
Wolf womöglich lebende
Schwache die Bleibe
Wölfen geschuldet Datteln
im gewärmten Gaumen
glaub ich gabs Tabletten
gegen Dachse und deren
degenferne Zeit die immerfort
luchslose Passagen sog
zäh glänzte glasige Sicht
im Mai mit paar schwach
drappierten Dackeln

13. Januar 2014 21:53