Markus Stegmann
Strand
Wie es da ist
wie es etwas weiter ist
wie es auf den Felsen ist
auf den rauen Oberflächen
in leicht erhöhter Lage
wie es weiter draussen ist
wie
Wie es da ist
wie es etwas weiter ist
wie es auf den Felsen ist
auf den rauen Oberflächen
in leicht erhöhter Lage
wie es weiter draussen ist
wie
3. März 2016, ein Donnerstag
Frühstück mit Meg. Lange nicht gesehen. Sie sprach von Vermissen. Ich nahm’s an wie einen Orden und dachte im Nachhausefahren „tss-tss“.
Ich bin mir so einer. Heute über sieben Folgen Weissensee, ein Weissensee-Marathon, um morgen damit durch zu sein. Morgen kommen die zwei Schwestern zu Besuch. Mit einer der beiden hatte ich gebrochen und mich mit ihr erst versöhnt, nachdem die Mutter aus Protestkummer mit broken-heart-syndrom beinah zerbrochen war. Ein Familienharmoniedemonstrationstermin.
3. März 2017 15:472. März 2016, ein Mittwoch
Ein erster Tag nach vielen Tagen ohne Mamsell S. Sie scheint in meine Träume mit ihrem runden Gesicht, und ich vermisste im Traum ihre Hege kluger Liebe. Mich beruhigte das, nachdem ich Sorge hatte, sie im Teufelsstüblein meines Unterbewusstseins zur Stillung überfälliger Familienbildung zu missbrauchen.
Beim ukemi mit dem Sensei etabliere mich weiterhin als komische Nummer. Gestern erinnerte ich ihn, wie er dem knieend lauschenden Auditorium launig mitteilte, an „diese Männchen mit dem festgeschraubten Ellbogen“. Wie hellauf da die Aikidoka lachten und giggelten! Daheim erhöhter Süßigkeitenverbrauch.
Danach sah ich die komplette erste Staffel von „Weissensee“, denn ich bin Weissenseer. Ich knüppelte die Serie nieder, bis sie sich so schwer auf meine Träume legte, als hätte ich zu spät zu schwer gegessen. (Oder doch der Naschkram?)
In Berlin geht ein Virus um wie ein Mörder.
2. März 2017 13:26
1. März 2016, ein Dienstag
Gestern Abend ein „rein theoretisches“ Gespräch über Ehe, in dem Frau S. ihre grundsätzliche Abneigung gegen so eine Institution und die damit verbundene Zeremonie äußerte. Dagegen meine Lust auf Zeremonie. Mein ärgster Hieb: eine kategorische Ablehnung von Heirat könne eine Art Reserve aktivieren, die bindungsabträglich sei. Das war etwas arg. Heute morgen ruderte Frau S. zurück: eine kategorische Ablehnung sei nicht vorhanden, sie sei für gute Argumente offen. Das klang nun wiederum wie ein unerfragtes „Ja“ und macht klar, dass dieses ganze Gespräch über Ehe zur völligen Unzeit stattfand.
Streit in der Sonnabend-Nacht – nach dem Doppelpaar-Konzertbesuch von Friedrich Liechtenstein (supergeil) und seinem Trio mit anschließendem Besuch einer Cocktail-Bar. Nun ergab es sich, dass dieser Ausflug misslich wurde, nachdem Frau S. erstens bei der nächtlich-kalten Suche nach einem Imbiss unbedingt den Imbiss wechseln musste (etwas kapriziös, aber warum nicht?), zweitens auf dem Konzert herumhackte (wieder warum nicht?) und mir drittens meine gewonnen geglaubte Wette über Liechtensteins Alter regeltechnisch streitig machte (warum? warum?) – und diese drei Blödheiten ließen uns nicht in Ruh, bis vier Uhr nachts, und da fragt man sich doch, warum. Wenn der Humor austrocknet, wird alles so spröde.
1. März 2017 14:38
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