Hans Thill
2011
Deux jouets brisés que des mains habiles colmatent
Enfants qui fuguent tard dans la nuit très sombre
Usure des semelles à force de buter sur les pierres
X traduit la chose qui, comme Dieu, prend corps
Montagne dont l’ombre approfondit les ténèbres
Intensité de l’invisible qui accompagne la douleur
Lucioles qui fendent devant les yeux la noirceur
Légers frissons d’une peur qui charge les épaules
Entre les orteils partent les fourmis qui montent
Odorante maison aux couloirs sans portes ni fenêtres
N’entends-tu pas les ailes brûler au feu des bougies
Zone interdite aux jeunes filles jupons en fleurs
Et aux garçons non circoncis tibias et bras nus
2011
Zerbrochenes Spielzeug, geklebt von geschickten Händen
Kinder, die spät ins Dunkel der Nacht ausreissen
Sohlen nutzen sich ab beim Springen über Steine
X übersetzt die Sache, die, wie Gott, sich verkörpert
Mit seinem Schatten vertieft der Berg die Finsternis
Kraft des Unsichtbaren, das der Schmerz mit sich bringt
Glühwürmchen teilen vor den Augen die Dunkelheit
Leichte Schauder der Furcht lastend auf den Schultern
Zwischen den Zehen klettern die Ameisen hinauf
Duftendes Haus mit langen Fluren ohne Türen Fenster
Hörst du nicht die Flügel brennen im Kerzenfeuer
Verbotene Zone für Mädchen, die geblümte Röcke tragen
Wie für unbeschnittene Jungen mit nackten Armen und Waden
(eigene Übersetzung)
12. Februar 2011 11:57
Hans Thill
E lfen löschen Feuer
L ebewohl flüchtiger Efendi
F anatischer Ego Leugner
E lsewhere let each vote enjoy next
L azy earful velvet edges never edible
E llbow vandalism eat nuts earn latenings
V elocity eleven nurses elevated like e-cattle
E lephant nutrition each little ego vomits
N obody enables laughter elder vegetables´ eyeball
O h nains zélandais écoutez
N os zélotes élégies osseuses
Z izanie entendue opération nocturne
E ntité obscure nature zigzagante
3. Januar 2011 00:03
Hans Thill
DAS NÄCHSTE DORF roch nach Nelkengestrüpp. Blut in der Pfanne! stand auf einem Wirtshausschild. Eine alte Frau öffnete eine Luke im Fachwerk und rief: Verräter. Wir sprangen über Geländer, ließen die Kinder bei der Garderobe zurück.
28. Dezember 2010 10:37
Hans Thill
DAS NÄCHSTE DORF lag in den Zeilen von Rüben, Kohl und Besen. Die Bewohner trugen Augenklappen mal rechts mal links. In der Mitte stand eine Pyramide. Hier fand früher das Blutgericht statt, unter Buchen, sagte ein Gemeindediener. Wir dachten an Alexander, der dem Kläger nur ein Ohr lieh (Plutarch). Mit tastenden Schritten gingen Knaben über den Kiesweg. Frauen wischten Farbe von den Steinen, die an der Kirchenwand hingen.
21. Dezember 2010 10:00
Hans Thill
DAS NÄCHSTE DORF hatte ein Bretone ganz hinuntergeschluckt. Jetzt hieß der Flecken nach den Fischen eines nahegelegenen Teichs, in dem die Bauern ihre Traktoren wuschen. Wir hörten in den Monokulturen den Zucker steigen, als wir trockenen Fußes auf dem heißen Band der Wirtschaftswege trabten, klopften wir mit Stöcken auf den weichenden Belag.
14. Dezember 2010 16:27
Hans Thill
DAS NÄCHSTE DORF hatte ein Sektierer seinen Katzen vermacht. Kinder saßen in den Binsen, jedes so ein Stück Fell in der Hand. Die Stengel auf den Feldern waren zerbissen, aus dem Kirchenportal hörte man Streichmusik. Es war wie in alten Bildergeschichten (Epinal): die Früchte stapelten sich bei den Stallungen am Ausgang. Hatten die Frauen an Spielgeld gerochen? Waren die Männer auf Motoren unterwegs?
7. Dezember 2010 11:12
Hans Thill
DAS NÄCHSTE DORF zog sich, zog sich mit Wegen bis zum hohen Hahn. Vor den Garagen trocknete Mais und ein rotes Salz, das man sich auf die Wunde streut. Wir gingen in die Apotheke, kauften Tränen. Bei dem großen Scheunentor lag ein Student unter einem Stein.
30. November 2010 09:43
Hans Thill
DAS NÄCHSTE DORF lag bei einer umgestürzten Wassertonne. Männer in Blau rauchten über dem Holz. Am Ortsausgang die winkenden Kinder. Kalt und zackig lag das Buch vor dem Rathaus, ein Kommando für Fuchs und Wolf. Mit der Wäsche an der Leine wischte sich der Himmel frei
23. November 2010 09:56
Hans Thill
DAS NÄCHSTE DORF auf gesägtem Gelände, tröstlich und nackt. Erst spät trat man hinter den Pflug und die Wörter waren rar wie Orangenwachs. Für Hose, Baum, Buch und Kiste genügte ein kurzer Lippenlaut, zögerlich geraten. Auch die Getränke verhallten rasch und einsilbig, als wir in der Stube aßen und die Tiere zu brüllen begannen.
9. November 2010 10:03
Hans Thill
DAS NÄCHSTE DORF roch schon von weitem halb nach Auftrieb halb nach Schweiß. An der schmalen Front der Hügel lag die Sonnenseite, wo Greise ihre Kartoffeln unter Steine legten. Die Erde trinckt für sich, die Bäume trincken erden (Opitz). Ein Traktor rüttelte an jedem Stamm.
2. November 2010 10:03