Markus Stegmann
Regenpunkte weiter westwärts
durchtrennen Rillenklingen die
Wolldecken der Erinnerung
als ich vergass und
es wieder regnete
schrauben wir uns westwärts
einer Bleistiftlinie längs als
wären wir Fäden kreiste
messerloser Mars ohne Meer
13. Dezember 2013 23:31
Markus Stegmann
lief grundlos mit Geröllgesichtern auf, schoss die Dose auf den Mond, der übernächtigt und mit zerzausten Haaren trist und traurig zusah, wie Gerhards Garde Stück für Stück versenkt wurde. Er dachte nichts, er schaute nur. Günther stand am Spielfeldrand und fuchtelte. Hildegard tat sich Gurken auf die Augen. Bärbel backte Brezeln in Bad Boll. Dieter harkte hastig in Kleinmachnow oder war es am Ende der Welt? Dorthin wünschte Gerhard sich und vertraute seine Getreuen Günthers Geschick an. Auf einem Felsen sass er nun, angelangt am Ende der Welt, schrieb ein grottenschlechtes Gedicht und versenkte es im Meer. Doch seltsamerweise war ihm, als sei ihm leichter ums Herz.
22. November 2013 11:26
Markus Stegmann
Das ist kein Land für alte Gerhards, sondern das Innere einer sinnlosen Dose. Auf einer weiten Fläche in Übersee stocherten sie mit steinigen Gesichtern im Geröll, zwischen Knochen und Kamille ihre einstmals ersonnenen Gedichte suchend. Einer tat aus Verzweiflung einen Schuss in die Luft. Einer schiss in die Dose. Das ist kein Land für alte Gerhards, sondern eine Zumutung Hildegards, die die Gerhards in die Weite rauer Männer lockte und dann plötzlich verliess. Gerhards Neunte blieb als Projektil mit den Projektilen anderer Gerhards in einem Geröll ein paar hundert Meter weiter stecken.
21. November 2013 09:24
Markus Stegmann
Umstände, falsche Verwünschungen und blasse Gesichter im Gegenlicht hatten sich als spürbare Brut in das Stammhirn Dieters geschrieben. Kolosal lustloser Auftritt, notierte Dieters Begleitung am Lieferanteneingang der Bar, die sich zuerst wie ein Fass wölbte und dann an der Mündung der Mosel implodierte. Bärbel sass bei Bad Hersfeld auf einem Stein im Rhein und zeichnete ein Herz in den Sand. Wir zogen das Dach zu und verhängten die Fenster mit Säcken aus Übersee. Abwesende zuordnen, stand auf einem Zettel, während Dieter die Verwünschungen wusch und Gerhard nach dem Garantieschein suchte.
19. November 2013 08:35
Markus Stegmann
Die Korrektur der Spaziergänge Gerhards lastete auf Bärbels blau bemalten Bananenplantagen. In tropischer Ruhe erinnerte sie sich des formvollendeten Vollbarts Gerhards, der fern und verzweifelt in einem ungeduldigen Gebirge sass, Bärbels blasse Wange als handliches Gespenst mit sich führend, darauf inständig wie vergeblich hoffend, es möge sie als Leibliche herbeiführen. Nötigenfalls würde er Hildegard herzen, schon wahr, womöglich, wer würde es wissen, was mochte sich in der Vorstellung wohl wandeln, aber in Wirklichkeit verschmolz er mit Paul Potts schmetternder Stimme, harrte in der verwegenen Kälte seines Gesteins, längst selbst zum Inbegriff des Verzweifelten aller Verzweifelten gewachsen, frass sich tief und tiefer ins Urgestein knapp unterhalb des Grimsels. Welch grässliche Gram, warum muss ich bluten, warum ich? Ich möchte Dieter sein oder wenigstens einer seiner Zwerge.
11. November 2013 23:31
Markus Stegmann
Kein Klavier mehr, verschwand Bärbel schimpfend im Kerbel am Bodensee, genug Tang und Krawall hatte sie an diesem Tag aus Gerhards Augen gefischt, sofern es seine überhaupt waren. Aber welche sollten es sonst sein? Dvorak spielte augenlos Klavier, war sie sich sicher, aber was war mit den Augen Hildegards? Kein Gramm Grammatik antwortete, noch nicht einmal Martin Walser winkte über den See wie sonst, so erdig, bazillig und menschenleer schrie Thomas Bernhard vom gegenüberliegenden Österreich herüber. Gerhard mailte den Notstand Dieter in Berlin, der aber sass flaschengrün in Kleinmachnow im Rhabarber und schnitzte Zwerge.
10. November 2013 18:01
Markus Stegmann
Hast und Hildegard knackten Gerhards Kleiderschrank, schlechte Fälschungen fielen heraus, komischer Geruch. Sie warfen mit Herzschrittmachern nach Lastwagen in der Lombardei. Raub und Temperatur schmolzen die Namen der Mörder ein, streuten Genmais drüber, Genitalien, aber Zertifikate der Wehrmacht und ein geschotterter VW Golf verklebten als Randnotiz der kollabierten Stunde den stummen Mund des Nachmittags. Bärbels Bodensee winkte von fern, aber da waren wir schon fort.
9. November 2013 10:35
Markus Stegmann
Formt es faltet fremd ein
faschistischer Faden klebt am
Augenrand knapp kentert der
Vogel was vogelhaft forderte
dunklere Antillen pastellenes
Porzellan praktisch wie flach
gefaltete Vögel im Waschen
sie säubern sie
vogelloses Glimmen
25. Oktober 2013 21:51
Markus Stegmann
luminose pakete quellen
lamentieren im erker
stafetten minus maserung
mal gefaltete sterne
im blick deiner augenbrauen
fand ich fermente praktisch
formlos oder soll ich sagen
lagernd am see mond und
saturn an meinen rücken legten
sie sich schlafen schlief
furchige endlos fasern lang
im schilf fehlt mir mund
26. September 2013 23:40
Markus Stegmann
An einen nach was
selbigen fragt
ahnungslos streunen
aus randlosem Leder
Marx mal Matratzen
bugisiert hätte vogelhaft
mehliger sein sollen
Saturn sassen militante
Millimeter samt Zinnober
Zähnen zirpt Partitur Panther
verjährte Linde Nachtwald
meinen Ast Anfang
hätte ich
entwerfen
oder vielmehr Ende
Fraktur
filmen sollen
21. September 2013 23:48