Christine Kappe
Hoffnung
Die einzige Hoffnung heut:
Meine Schwimmtechnik
Ich habe gelernt, zu schwimmen und zu atmen gleichzeitig
Nicht etwa durch Denken oder Anstrengen
Sondern durch Verzweifeln und Immer-wieder-dasselbe-tun
Die einzige Hoffnung heut:
Meine Schwimmtechnik
Ich habe gelernt, zu schwimmen und zu atmen gleichzeitig
Nicht etwa durch Denken oder Anstrengen
Sondern durch Verzweifeln und Immer-wieder-dasselbe-tun
Neu
entknistert sich etwas
Neu
jagt es aus seinen Haselnüssen
Ob
das noch weiter will und sich noch weiter stottert
Ob
das der Name dieses Bahnhofs ist der Name des Behelfsbahnhofs
Neu
Was soll das heißen
Neu
Ist das ein Husten
Ist das eine Spalte
So eine Landschaft muss sich erst noch schreiben
mit dem Rostnagel wenn es sein muss
Das ist nun einmal sowas mit den Dreiecks-Worten
Ich
Das benennt sich doch sehr schön
mirnichts dass dirnichts barfuß läuft
So kopfgereckt steht es sich selber zu
Der Mauritiuskasten fällt
Kanalküste
„Mensch, mensch!“
Minen i
m Riedgras Wo der Wald
Keingras anno kurz ganz
Kurtz (Walter E.)
Klargras russischer Eltern
Dein Vater Stadtrat der
Zitadelle
In den Handtaschen deiner Mutter gibt es
ein Gerät, wenn du das anknipst, hört man
wie früher den Staubsauger im Kinderzimmer.
Fotos von dem Chaos nach einem Zugunglück
liegen verborgen hinter den Reißverschlüssen.
Mach jede Tasche auf, es regnet darin immer.
Aber es gibt keine Unwetter dort im Dunkeln,
nur Tränenschauer. Jede Handtasche weint.
In der Handtasche von Oma Käte war nichts
außer ihrem Schlüsselbund, einem Päckchen
Papiertaschentücher und dem Faltregenschirm.
Ihre Handtasche war ein Beutel, dünn, eine Haut,
mit zwei Omafingern kleinzuknüllen auf die Größe
einer Rosine, eines Reiskorns. Eine Handtasche,
sagte sie, wozu das, hm, Krimskrams, Plunder?
Ständig gab sie Opa Sachen: „Da, steck ein.“
Eine Landkarte des wiedervereinigten Korea,
Pokémon-Figuren und Plastikkaninchen, leere
Karamellpuddingbecher und kaputte Ladekabel
liegen in den Handtaschen deiner Töchter neben
irgendeiner Tasche ihrer Oma und der Beutelhaut
von Uroma Käte. Manchmal kriecht eine Tochter
in die Handtasche der anderen und schläft dort.
Jede ihrer Handtaschen ging bislang verloren.
In der Handtasche deiner Frau lebt eine Unke,
apfelgrün ist sie und schön. Umher schwirrt darin
ein Mückengeschwader, das Futter für den Lurch.
Alle Handtaschen von allen deinen Freundinnen
sind in der Tasche deiner Frau. Deine Geliebte
hat deshalb keine Handtasche, dein Liebling
entwirft Handtaschen. In der deinen wächst
Gras. Still ist es darin, wie im Universum.
*
12. März 2018 10:57Den Dresdner Mumpitzmeistern sei aber mal wirklich
Den Dresdner Mumpitzmeistern sei, bei Licht besehen, Beyer
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Den Dresdner Mumpitzmeistern sei ultimativ die Gegenwartslyrik (aber die gaaanze Soße)
Den Dresdner Mumpitzmeistern verdammt nochmal sei
Den Dresdner Mumpitzmeistern sei Wagalaweia mehrfach hinten (halt mal)
Den redner Mumpitzmeistern sei xylophonesk bezaubernd die Xenophobie
Den Dresdner Mumpitzmeistern sei Yankeetum unter allen Umständen
Den Dresdner Mumpitzmeistern sei Zabaione ums Maul zum Rhein folgendes
Bevor die kommen / die wir sind
Taufrische Zeitung / aufgeschlagen
Tauf-Zeitung / Stadtteil Vauban
Das ahnungslose / Gesicht in Drucker
Schwärze getaucht
Es ist Montag
Wir wären gern – du / ich – namenlose Mitglieder
Des Hauses / setzten das Haus
Den struppigen Garten / des Nachbarn mit dem
BIC-Feuerzeug in Brand / melden uns er
Wachsen
Entaufen
In J. an / Wenn nicht
In Jockgrim / dann in Jerichow
Wir kämen gern / im Dax vor
Der kleinsten gemeinsamen / Treue zur Nassrasur
Opfer dies / es Eigensinns
Gutgut geht / ohne zu murren