Thorsten Krämer
Zwischen Stoff und Stoffen reihen sich
die bühnenreifen Freundlichkeiten: ein Spalier
von Schnäppchen, versierte Angebote
in der Lingua franca. In gerader
Linie reicht die Tradition zurück und
in die Zukunft: Kann keine Ausgangssperre
sein, die unterbräche diese Handelskette
aus dem Handgelenk. Die Grenzenlosigkeit
des Trottoirs, der Größenwahn der Achsen:
ein Seitenblick; ein Lächeln, das vorüberzieht.
5. Januar 2016 20:58
Thorsten Krämer
Ein einfaches Gedicht ist
auch das hier nicht geworden.
(für Tobias Schoofs)
26. August 2015 11:57
Thorsten Krämer
Die Reise beginnt mit den Fingerspitzen: Sie
ertasten den Weg um den Globus. Inverses Relief
der Erfahrung, die Kugelform der Prädestination.
3. August 2015 16:55
Thorsten Krämer
Statik der Treue: ein Hinübergleiten
in den Hintergrund, unmerkliche Unbeweglichkeit.
Das Tier, im weißen Fell der Blüten, weiß
nicht, was es tut. Es sitzt nur da und sitzt.
Your homecoming will be my homecoming. Ein Vers
von Cummings weht herbei, bewegt Blüten und Fell.
Statik der Treue: ein Balanceakt
im Unsichtbaren, die mikrotonalen Müdigkeiten.
9. Juli 2015 11:05
Thorsten Krämer
Hier endet es: ein Zuschauerplatz auf dem
Sideboard, eskortiert von Nippes. Vom Foto
zur Textur, die Toten als Tapete: So legen sie
Bedeutung ab. Der Eintritt in die Umwelt kostet
nur das Leben und dann etwas Zeit. Ein passiver
Wortschatz aus Vergangenen, ein strenges Gesicht
in der Zimmerecke.
28. Juni 2015 12:32
Thorsten Krämer
Kein Affe lebt ewig. Eine bruchstückhafte
Kombinatorik, die Lücken im Alphabet
korrespondieren mit den Rissen im Farbband.
Immer der Hang zum Konkreten, anschaulich
gemachte Probleme. Daher der Wert der
Unendlichkeit: Sie erklärt auch das hier.
7. Juni 2015 23:08
Thorsten Krämer
Vier Tage schulfrei:
Der Schweißgeruch der Kinder
durchquert die Wohnung.
14. Mai 2015 14:49
Thorsten Krämer
Ein weiches Kollektiv: Die avancierte Choreo
lässt Raum für Interpretationen. Die Knopfaugen
sind ausdruckslos. Wir wissen zu wenig vom Leben
der Stofftiere: wie sie sich verständigen; was sie
machen, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Ein
Wohnprojekt im Pelz, das flauschige Alter.
2. Mai 2015 11:27
Thorsten Krämer
Amor aus Messing, ein ästhetischer Fehlgriff
auf dem Tisch. Aus Anlass dieser Zusammenkunft
wurden bereits im Vorfeld zahlreiche Ablenkungsmanöver
konzipiert. Die adventöse Totenruhe. Klamme Finger
finden den Weg in ein anderes Licht, bildschirmhell
blitzen klandestine Identitäten auf. Kaffee und Tee
konspirieren zu einem Konzil der Wachhaltetechniken.
Und das Radio singt: Everything’s gonna be OkCupid.
11. April 2015 17:49
Thorsten Krämer
Der Roman eines Gedichts, die noch zu
leerenden Kaffeebecher: In der temporären Gegend
werden die Stimmen gesenkt, zwischen Stellwänden
geistern versunkene Dörfer umher.
/Relokationen. Heimat
ist ein Vers, so dahingesprochen unterm Jubel
einer ganz anderen Baustelle.
(für Michael Serrer & Christoph Wenzel)
15. März 2015 18:12